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ADHS/ADS - Therapie

Wurde die Diagnose „ADHS“ gestellt, sollte umgehend mit einer Therapie begonnen werden. Für die Behandlung von ADHS stehen unterschiedliche Maßnahmen wie Beratung und Aufklärung, Verhaltenstherapie sowie Medikamente zur Verfügung, die wie Bausteine miteinander kombiniert werden können. Es wird deshalb von einem multimodalen (v. Lat. multi = viel; modus = Art), also einem aus mehreren Behandlungsarten bestehenden Therapieansatz gesprochen.

Von ADHS betroffene Kinder oder Jugendliche können situativ oder situationsübergreifend beeinträchtigt sein. Bei situativ beeinträchtigten Kindern oder Jugendlichen sind nur bestimmte Lebensbereiche, z. B. die Schule massiv betroffen. Es gibt aber eine ganze Reihe von Kindern, bei denen die Symptome nicht ausschließlich in bestimmten Situationen wie der Schule zu Tage treten. Besonders die situationsübergreifend betroffenen Kinder oder Jugendlichen erleben Konsequenzen über die ADHS-Kernsymptomatik hinaus und weisen oftmals auch eine gestörte emotionale Befindlichkeit auf. Dies kann sich z. B. durch emotionale und soziale Probleme wie ein geringes Selbstwertgefühl, Beziehungskonflikte, emotionale Labilität, beeinträchtigte Beziehungen zu Gleichaltrigen oder Ausgrenzung zeigen.

Die Zusammenstellung der einzelnen Behandlungsbausteine sollte deshalb immer auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen von ADHS betroffenen Kindes oder Jugendlichen abgestimmt sein.

Welche Maßnahmen für Ihr Kind besonders geeignet sind und den vermutlich besten Behandlungserfolg bringen können, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater abstimmen.

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte wird ein multimodaler Therapieansatz zur Behandlung von ADHS empfohlen (1,2)

Beratung und Aufklärung: Grundlage jeder ADHS-Therapie ist eine umfassende Beratung und Aufklärung. Die Beteiligten (Eltern, Kind und ggf. auch Lehrer) werden dabei unterstützt, den Alltag mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen besser zu strukturieren und entspannter zu gestalten.

Verhaltenstherapie: In der Verhaltenstherapie lernen die Kinder und Jugendlichen, ihr Verhalten besser zu kontrollieren und bisherige Muster wie das Unterbrechen und Stören von anderen abzubauen.

Medikamentöse Behandlung: Nicht alle Kinder oder Jugendlichen, die von ADHS betroffen sind, benötigen Medikamente. Dennoch sind sie ein weiterer wichtiger Bestandteil der multimodalen Therapie. Oft schafft eine medikamentöse Behandlung überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass verhaltenstherapeutische Maßnahmen erfolgreich sind (3).
Es gibt Medikamente, die im Rahmen einer multimodalen Behandlung auf die Kernsymptome wirken. Über die Kernsymptome hinaus können sich auch die mentale Gesundheit, das soziale Verhalten und die emotionale Ausgeglichenheit der Betroffenen verbessern. Dies kann sowohl auf der Leistungsebene als auch auf der emotionalen Ebene für die normale Entwicklung des Kindes ausschlaggebend sein.

Quellen

  1. Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie u.a. (Hrsg.). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007; online publiziert unter www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-019.htm.
  2. Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. . ADHS bei Kindern und Jugendlichen (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung). Aktualisierte Fassung Januar 2007; online publiziert unter www.ag-adhs.de/informationen/leitlinie.html.
  3. Jensen P et al. Findings from the NIMH Multimodal Treatment Study of ADHD (MTA): Implications and Applications for Primary Care Providers, JDBP Vol. 22, No. 1, February 2001.