Welche Auswirkungen hat die Arzneimittelrichtlinie vom 29.09.2006 auf die Therapie von Typ 2 Diabetikern mit kurzwirksamen Insulin-Analoga?

Im April 2009 ist die Neufassung der Arzneimittelrichtlinie in Kraft getreten. Die bereits im September 2006 in der AMR festgelegten Bestimmungen zur Behandlung von Typ 2 Diabetes mit kurzwirksamen Analoginsulinen und die 2008 in Kraft getretenen Ausnahmeregelungen dazu, sind darin unerverändert enthalten. Danach sind kurzwirksame Analoginsuline zur Behandlung von Typ 2 Diabetes nicht mehr verordnungsfähig, solange sie mit Mehrkosten im Vergleich zu kurzwirksamem Humaninsulin verbunden sind.

Trotzdem können Vertragsärzte in mittlerweile fast allen Fällen ihren Patienten mit Typ 2 Diabetes weiterhin kurzwirksame Analoginsuline auf Kassenrezept verordnen, sofern das medizinisch induziert ist.

Die bestehenden Rabattverträge ersparen Patienten nahezu aller Krankenkassen die Umstellung von dem kurzwirksamen Insulinanalogon Humalog® und den Mischinsulinanaloga Humalog® Mix25TM und Humalog® Mix50TM auf Normalinsulin. Weiterhin ermöglichen sie Patienten bei entsprechender Indikation auch in Zukunft den Zugang zu Humalog® und den Mischinsulinanaloga Humalog® Mix25TM und Humalog® Mix50TM.

Zudem können Ärzte dann kurzwirksame Analoginsuline auf Kassenrezept verordnen, wenn

  • eine Allergie gegen Humaninsulin besteht
  • auch durch eine Intensivierung der Therapie eine stabile adäquate Stoffwechsellage mit Humaninsulin nicht erreichbar ist, diese aber mit kurzwirksamen Analoginsulinen gelingt
  • aufgrund unverhältnismäßig hoher Humaninsulin-Dosen eine Therapie mit einem kurzwirksamen Analogon wirtschaftlicher ist.

Bei privat krankenversicherten Patienten ist Humalog® weiterhin uneingeschränkt verordnungs- und erstattungsfähig.

Ich habe gehört, dass man bei manchen gesetzlichen Krankenkassen weiterhin eine Verordnung von Humalog® auf Kassenrezept für Menschen mit Typ 2 Diabetes möglich ist. Stimmt das?

Lilly hat als erster Insulinhersteller mit gesetzlichen Krankenkassen Rabattverträge abgeschlossen. Die Direktverträge ersparen Patienten, die bereits auf Humalog® oder Humalog® Mix eingestellt sind, eine medizinisch nicht begründete Umstellung auf Humaninsulin. Darüber hinaus ermöglichen sie denjenigen Patienten, die auch in Zukunft von kurzwirksamen Analoginsulinen profitieren können, den Zugang zu Humalog® und Humalog® Mix. Mittlerweile bestehen mit nahezu allen Kassen Rabattverträge. Die einzige Kasse, mit der derzeit noch keine Rabattverträge bestehen, ist die

  • Betriebskrankenkasse ATU (BKK ATU).

Mitnahme von Insulin auf Flugreisen

Für die Mitnahme von Insulin auf Flugreisen gelten Sicherheitsbestimmungen. Bitten Sie den Patienten sich bereits einige Tage vor dem Abflug bei der Fluggesellschaft nach den geltenden Bestimmungen für die Mitnahme von Insulin, Pens, Nadeln und Messutensilien im Handgepäck zu erkundigen. Die Bestimmungen können in Abhängigkeit vom Flughafen, der Fluggesellschaft und auch vom Zielflughafen variieren. Bitte erinnern Sie daran, auch die Bestimmungen für den Rückflug zu erfragen!

Da der Patient die Notwendigkeit der Mitnahme von Insulin und Zubehör darlegen muss und sich die Sicherheitsbestimmungen basierend auf der aktuellen Gefährdungssituation auch kurzfristig ändern können, ist es immer empfehlenswert, dass Sie ihm ein ärztliches Attest sowie ein ärztliches Rezept mitgeben. Ein internationaler Diabetikerausweis kann ebenfalls hilfreich sein. Es empfiehlt sich zudem, das Insulin in der Originalverpackung (einschließlich Gebrauchsinformation) mitzuführen.

Wenn der Patient sich während des Fluges Insulin injizieren muss, sollte die Entsorgung der Kanülen in einer Sammelbox sichergestell sein. Auf keinen Fall dürfen Kanülen in Sitztaschen oder auf den Toiletten entsorgt werden.

Wir empfehlen grundsätzlich, eine für den Auslandsaufenthalt großzügig bemessene Menge Insulin mitzunehmen. Das Insulin sollte dabei vorzugsweise im Handgepäck transportiert werden. Die Mitnahme von Insulin im Reisegepäck ist nur eingeschränkt empfehlenswert, da das Insulin im Gepäckraum gefrieren und somit unwirksam werden könnte.

Für den Fall, dass der Patient trotzdem im Ausland Insulin erwerben muss, sollten er ein ärztliches Rezept mit auf die Reise nehmen und vorab beim Hersteller die Verfügbarkeit des  Insulins im Zielland erfragen. Bei Fragen zur Verfügbarkeit von Lilly Insulinen im Ausland stehen wir Ihnen telefonisch [(0 61 72) 2 73 22 22 - Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr] oder per Kontaktformular gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie auch, dass nicht alle Pens in allen Ländern erhältlich sind. Die Mitnahme eines Ersatzpens oder von Insulinspritzen in ausreichender Menge wird empfohlen.

Weitere Tipps zu Diabetes und Reisen finden Sie hier.

Welchen Pen empfehlen Sie für die 3 ml Insulinpatrone von Lilly?
Für alle 3 ml Insulinpatronen von Lilly empfehlen wir den HumaPen Luxura (burgund und champagner) und den HumaPen Luxura HD (dschungelgrün).

Ist es möglich, andere als die von Lilly empfohlenen Pens für die Lilly-Patronen zu verwenden?
Dies ist nicht zu empfehlen, da die Funktion und Dosisgenauigkeit der Pens nicht gewährleistet werden kann.

Welche Nadeln empfehlen Sie für den HumaPen® Luxura und den HumaPen® Luxura HD?
Die Nadeln der Firma Becton Dickinson, z.B. BD Micro-Fine+ 12,7 mm.

Wie oft soll eine Nadel gewechselt werden?
Nadeln zum Insulinspritzen sind Einmalprodukte und sind deshalb nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Für jede Injektion empfiehlt es sich, eine neue Nadel zu verwenden. Jeder Lilly-Pen sollte nur mit einer frisch aufgeschraubten Nadel verwendet werden. Dies stellt Sterilität sicher, verhindert ein Austreten von Insulin, den Eintritt von Luft sowie ein Verstopfen der Nadel.

Warum soll eine Nadel nicht wiederverwendet werden?
Die Nadel kann durch Wiederverwendung abstumpfen, sich verdrehen oder abbrechen. Dadurch wird das Risiko erhöht, dass die Injektionen schmerzhaft werden, die Injektionsstellen zu bluten beginnen und es zu Verletzungen des Hautgewebes kommt, die wiederum eine Aufnahme des Insulins beeinträchtigen.

Wie sollen die Insuline von Lilly gelagert werden?
Bitte lagern Sie die Insuline von Lilly gekühlt zwischen +2°C und +8°C (entspricht der Temperatur im Gemüsefach). Damit sie ihre Wirkung nicht verlieren können, sollen sie nicht eingefroren bzw. extremer Hitze oder direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Wie lange sind die angebrochenen Insulin-Präparate von Lilly haltbar?
Die angebrochenen Insulin-Präparate sind 28 Tage haltbar. Damit ihre Wirkeigenschaften nicht beeinträchtigt werden, sollen sie innerhalb dieser Zeit bei Raumtemperatur (unter 30°C) und nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wie entstehen Luftblasen in der Insulinpatrone?
Luftblasen in der Insulinpatrone können entstehen, wenn die Nadel nach der Injektion nicht abgeschraubt wird. Hierdurch entsteht eine offene Verbindung nach außen, sodass sich das Insulin bei Temperaturschwankungen zusammenziehen und Luft in die Patrone eindringen kann. Um die Entstehung von Luftblasen in der Insulin-Patrone zu vermeiden, empfehlen wir, die Nadel nach der Injektion abzuschrauben.

An wen soll ich mich wenden, wenn ich weitere Fragen zu den Pens und Insulinen von Lilly habe?
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater/in oder wenden Sie sich an unsere Medizinische Information.