Heute stehen Menschen mit Diabetes eine Vielzahl von Insulinen zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Insulin nun das geeignete ist, sollte von ganz persönlichen Faktoren abhängig gemacht werden. Tägliche Gewohnheiten, die körperliche Verfassung und der persönliche Typus sind nur einige Beispiele hierfür.

Grundsätzlich lassen sich Insuline nach folgenden Kriterien einordnen:

1. Nach Herstellung und Herkunft

Hierunter fällt die Einordnung in so genannte tierische Insuline und Humaninsuline. Während tierische Insuline aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen werden, sind die modernen Humaninsuline (bio-)synthetisch hergestellt. Die moderne Technologie ermöglicht es heute, menschliches Insulin exakt nachzubauen (tierisches Insulin weist leichte Unterschiede zum menschlichen Hormon auf).

2. Nach dem Zeit-Wirkprofil

Hinsichtlich des Zeit-Wirkprofils kann man Insuline in folgende Gruppen einteilen:

  • Schnell wirkende Insuline, wie etwa die neuen Analog-Insuline, die sich durch sofortige Wirkung auszeichnen und nur 2-5 Stunden wirksam sind. Ein Spritz-Ess-Abstand ist nicht erforderlich. Ein schnell wirkendes Insulin ist z.B. das "kurzwirksame Analoginsulin".
  • Kurz wirkende Insuline, zu denen die Normalinsuline zählen. Sie wirken nach ca. 15-30 Minuten für rund 4-8 Stunden.

Diese schnell und kurz wirkenden Bolus-Insuline (zur Mahlzeit) eignen sich für den mahlzeitenbezogenen Insulinbedarf im Rahmen der Basis-Bolus-Therapie (ICT) und können zum jeweiligen Essen gespritzt werden.

  • Eine lange Wirkdauer haben so genannte Verzögerungsinsuline. Sie erreichen eine Wirkdauer von bis zu 24 Stunden. Sie werden manchmal auch als Intermediärinsuline bezeichnet.

Insuline mit langer Wirkung werden vor allem als Basalinsuline bei der Basis-Bolustherapie (ICT) eingesetzt.

Zur besseren Übersicht finden Sie die Einteilung der Insuline nach ihrem Zeit-Wirkprofil noch einmal in der folgenden Tabelle:

 

Gruppe 

Wirkeintritt
nach
 

Wirkmaximum
nach
 

Wirkdauer    

Schnell wirkend (z.B. kurzwirksames Analoginsulin)

Bolusinsuline

5-15 min

30-60 min

2-5 h

Kurz wirkend (Normalinsuline, Humaninsuline)

30-60 min

2-3 h

4-8 h

Lang wirkend  

NPH-Verzögerungs-insuline1, Basalinsuline

2-4 h

4-8 h

10-16 h

Lang wirkend
(Analoginsuline) 

Detemir
Glargin

1-2 h

6-14 h

16-24 h

Häring H.-U. et al. Diabetologie in Klinik und Praxis. 6. Auflage. Stuttgart: Thieme 2011. S.196
1NPH=Neutral-Protamin-Hagedorn

Menschen mit Diabetes, die eine konventionelle Therapieform (CT) anwenden, erhalten meist Insulinmischungen, die aus einem kurz wirkenden Bolus-Insulin (Normal- oder Analoginsulin) und einem Verzögerungsinsulin bestehen. Diese Insulinmischungen stehen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zur Verfügung.