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Die Grundlage unserer Ernährung ist eine ausgewogene Mischkost, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird. Sie setzt sich zusammen aus 50-60% Kohlenhydraten, 10-15% Eiweiß und 20-30% Fett.

Neben den drei Hauptnährstoffen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß enthält unsere Nahrung außerdem Wasser, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe.

Kohlenhydrate

Grafik Ernährungspyramide

Kohlenhydrate bestehen sowohl aus Zuckerstoffen (sogenannten Einfach- und Zweifachzuckern) wie:

  • Traubenzucker in Weintrauben, Traubenzuckerplättchen
  • Fruchtzucker in Obst
  • Haushaltszucker in Süßigkeiten, Honig, Sirup
  • Malzzucker in Getreide, Bier, Malzextrakten
  • Milchzucker in Milch- und Milchprodukten

als auch aus Stärke (Vielfachzucker) in Kartoffeln, Reis, Getreide und Hülsenfrüchten.

Etwa die Hälfte unserer Ernährung sollte aus Kohlenhydraten bestehen. Sie liefern dem Körper pro Gramm 4 Kalorien.

Im Dünndarm werden Kohlenhydrate zu einzelnen Traubenzuckerbausteinen
(Glukose) abgebaut und aufgespalten. Diese wiederum gelangen über die Darmschleimhaut ins Blut und erhöhen somit den Blutzucker. Daher sollten Menschen, die Insulin spritzen, wissen, wie viele Kohlenhydrate in ihrer Mahlzeit enthalten sind. Denn wenn Sie zu wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen, kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Oft wurde dann zu spät oder gar nicht gegessen. Dies sollten Sie auf jeden Fall berücksichtigen.

Hilfsgrößen für die Kohlenhydratberechnung sind die Schätzeinheiten BE (Broteinheit) oder KE bzw. KHE (Kohlenhydrateinheit). Die Schätzeinheiten BE, KE und KHE entsprechen immer 10-12 Gramm blutzuckererhöhenden Kohlenhydraten.
Die Broteinheiten-Tabelle, die Sie sich hier herunterladen und ausdrucken können, erleichtert Ihnen die Berechnung der richtigen Mengen.

Fette

Fett verzögert die Kohlenhydrataufnahme, hat jedoch nur einen geringen Einfluss auf den Blutzucker. Das heißt, der Blutzuckerwert steigt wenig und nur verzögert an, wenn Sie lediglich Fett verzehren. Dass Fett überhaupt den Blutzucker ansteigen lässt, liegt daran, dass es in der Leber in Glukose umgesetzt werden kann. (Dieser Vorgang heißt Glukoneogenese).

Zusätzlich führt ein zu reichlicher Fettkonsum zu Übergewicht. Und Übergewicht beeinträchtigt wiederum die Wirkung des Insulins. In jedem Fall ist Fett der Nährstoff, der am meisten Energie liefert. So liefert Fett mit 9 Kalorien pro Gramm doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Wenn Sie diese Energie nun nicht verbrauchen, speichert Ihr Körper sie und Sie nehmen zu.

Gesättigte Fettsäuren und Cholesterin sind überwiegend in tierischen Fetten enthalten. Sie werden übrigens auch mitverantwortlich für die Entstehung von Gefäßkrankheiten gemacht.

Einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in pflanzlichen Ölen, Seefischen und Fischöl vorkommen, sind dagegen günstige Nahrungsbestandteile. Das sind die so genannten essenziellen Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann.

Eine fettarme Kost ist deshalb gesund, weil sie übermäßiges Körpergewicht verhindert oder reduziert und die Insulinempfindlichkeit und damit die Einstellbarkeit des Diabetes verbessert. Außerdem dient sie der Vorbeugung von Gefäßschädigungen, da sie zur Senkung der Blutfette beiträgt. Achten Sie deshalb bitte auf die versteckten "Dickmacher", die überall enthalten sind, und geben Sie Ihrem Diabetes keine neue "Nahrung".

Die Fettmenge sollte ca. 30% der Gesamtkalorienzahl pro Tag betragen und diese nicht überschreiten. Das entspricht ca. 60 Gramm (für Frauen) und 80 Gramm (für Männer) Fettzufuhr täglich. Von diesen 30% Fett pro Tag sollte weniger als ein Drittel aus gesättigten Fettsäuren (z.B. Fleisch, Käse, Butter) bestehen, da diese den Cholesterinspiegel erhöhen.

Gesättigte Fettsäuren
bitte öfter wählen

Gesättigte Fettsäuren
bitte seltener wählen

Geflügel: Hähnchen, Pute
(z.B. Geflügelwurst, Putenbrust, Hähnchenkeule)

Wurst- und Wurstwaren
(z.B. Salami, Leberwurst,
Speck, Bratwurst)

Magere Fleischsorten, z.B. Steaks

Fleisch, Eier

 

Milch- und Molkereiprodukte
(z.B. fettreicher Joghurt, Sahne, Butter, Käse)

Ein weiteres Drittel sollte aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Ungesättigte Fettsäuren kommen in pflanzlichen Lebensmitteln, wie z.B. in Margarine, Diätmargarine, Sonnenblumenöl, vor. Das letzte Drittel sollte sich aus einfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzen. Diese kommen u.a. in Olivenöl, Oliven und Rapsöl vor.

Eiweiß

Eiweiß kommt in allen tierischen und – in kleinen Mengen – auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Zu den eiweißreichen Nahrungsmitteln zählen

  • mageres Fleisch

  • Geflügel

  • Wild

  • magerer Fisch

  • Eier

  • Milch

  • Quark

  • magerer Käse

  • Sojaprodukte

  • Wurst
Eiweiß ist für den Körper wichtig, weil es Grundnährstoff und Grundgerüst der Körperzelle ist. Trotzdem sollten Sie Eiweiß nur in Maßen konsumieren, da zu große Eiweißmengen Ihre Nieren belasten können.

Empfohlen werden 0,8-1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (bei 80 kg also 80 g/Tag). Eiweiß liefert dem Körper pro Gramm 4 Kalorien. In tierischen, eiweißreichen Lebensmitteln ist außerdem Fett in versteckter Form enthalten.

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind die Bestandteile unserer Nahrung, die der Körper nicht oder nur teilweise verwerten kann. Die Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse haben eine günstige Wirkung auf den Blutzucker. Diese Nahrungsmittel werden langsamer verdaut und bewirken einen langsameren Blutzuckeranstieg.

Ein weiteres großes Plus der Ballaststoffe: Sie dienen als natürliche Essbremse. Sie müssen länger gekaut werden und sind stark sättigend – was von Vorteil ist, wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren wollen. Darüber hinaus fördern sie die Verdauung und beeinflussen die Darmtätigkeit günstig.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente

Unser Körper benötigt Vitamine, Mineralien und Spurenelemente für verschiedene wichtige Körperfunktionen. Vitamine begünstigen die Enzymwirkung im Körper und sind daher für viele Abläufe im Körper unentbehrlich. Sie sind entweder wasser- oder fettlöslich.

Mineralien wirken u.a. positiv auf die Erregungsweiterleitung von Muskeln und Nerven. Kalium spielt außerdem eine wichtige Rolle für die Herzfunktion, während Calcium der wichtigste natürliche Baustein der Knochen und Zähne ist.

Spurenelemente wie Eisen mit seiner wichtigen Funktion der Sauerstoffbindung im roten Blutfarbstoff Hämoglobin und Jodid, das die Schilddrüse benötigt, kommen im Körper nur in sehr kleinen Mengen vor, sind jedoch ebenfalls wichtige Substanzen für unseren Organismus.

Alles in allem...

...nehmen wir mit einer ausgewogenen Mischkost – vor allem mit viel Obst und Gemüse – diese Stoffe in ausreichender Form zu uns. Bei der Zubereitung der Speisen in der Pfanne oder im Kochtopf sollten Sie jedoch beachten, dass Vitamine durch Hitze zerstört werden können und dadurch ihre essenzielle Funktion verlieren.

Gar nicht so einfach, werden Sie vielleicht bei diesem kurzen Überblick der Nährstoffe denken. Aber keine Angst: Es ist nicht notwendig, die Ernährung bei jeder Mahlzeit professionell zu analysieren. Sorgen Sie für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Sie bietet Ihnen alles, was Ihr Körper braucht.

Wenn Sie eine Insulintherapie durchführen, empfehlen wir Ihnen für die Berechnung der Kohlenhydrate eine KH-Umrechnungstabelle. Sie sagt Ihnen auf einen Blick, wie viele Broteinheiten Sie für eine bestimmte Mahlzeit veranschlagen müssen.

Und die Faustformel kennen Sie ja bereits: 10-12 g Kohlenhydrate = 1 Broteinheit. Bei allen weiteren Fragen rund um die Ernährung fragen Sie am besten Ihr Diabetes-Team. Außerdem empfiehlt sich die Teilnahme an einer strukturierten Schulung, die Sie fit macht im Umgang mit Diabetes und Ernährung.

Werfen Sie doch mal einen Blick in unser Kapitel "Rezepte"! Hier finden Sie einige Anregungen für ausgewogenes und leckeres Essen. Lassen Sie sich einfach inspirieren!