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Kennen Sie das Sprichwort "Sich regen bringt Segen"? Beherzigen Sie es, denn darin steckt viel Wahres!

Natürlich benötigt jeder mal eine Phase der Ruhe, wer jedoch körperliche und geistige Bewegung auf Dauer einstellt, tut sich und seinem Körper nichts Gutes. Deshalb: Empfinden Sie Ihren Diabetes nicht als Krankheit, mit der Sie am aktiven Leben nicht mehr teilnehmen können. Denn: Wenn Sie nicht an ernsthaften Begleit- oder Folgeerkrankungen leiden, können Sie durch körperliche Aktivität sehr viel für Ihr Wohlbefinden tun. Für Menschen mit Diabetes, die z.B. einen Herzinfarkt erlitten haben, gibt es spezielle Sportgruppen unter fachlicher Betreuung. Hier kann der Stadtsportbund Auskunft geben. Durch körperliche Bewegung erhalten Sie Ihre persönliche Leistungsfähigkeit oder können diese sogar noch steigern und Ihr Selbstvertrauen stärken. Und wahrscheinlich stellen sich Kontakte zu anderen aktiven Menschen ganz wie von selbst her.

Beim Sport sollte für Sie jedoch nicht die körperliche Höchstleistung im Mittelpunkt stehen (obwohl Diabetes kein Hinderungsgrund für Leistungssport darstellt, wie Top-Athleten mit Diabetes beweisen). Vielmehr geht es um regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft. Das kann also der Spaziergang im Wald, eine kleine Fahrradtour am Wochenende, ein Tennismatch mit Freunden oder der Spaziergang mit dem Hund sein. Auch Haus- und Gartenarbeit strengt an und trägt zur persönlichen Fitness bei.

Wichtig ist es jedoch, darauf zu achten, dass Sie als Diabetiker mit gesteigerter Aktivität auch bestimmte Reaktionen im Körper hervorrufen. Bei einem Extra an Bewegung wird auch zusätzliche Energie (Glukose) erforderlich. Als Faustregel gilt: Bei 20 min. mittlerer körperlicher Belastung wird durchschnittlich eine BE extra benötigt (die sog. "Sporteinheit"). Vor körperlicher Bewegung empfehlen wir Ihnen deshalb, ca. 1-2 BE's zusätzlich aufzunehmen. Da Ihre Zellen beim Sport sensibler für Glukose sind, sollten Sie außerdem die Insulinmenge um ca. 30-50% verringern.

Auch nach der Bewegung kann Ihr Blutzucker weiter absinken. Selbst wenn Sie etwas essen, bleibt der Zucker nicht im Blut. Gegebenenfalls ist auch eine Insulin-Reduktion am Abend erforderlich.

Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt die Auswirkungen von Sport bzw. körperlicher Anstrengung auf Ihren Glukosestoffwechsel. Er kann Ihnen individuelle Ratschläge für die Insulindosierung und die Anpassung der Ernährung geben.