
Bislang ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt, wie die diabetische Nervenerkrankung entsteht. Einig sind sich die Fachleute allerdings darin, dass ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel mit über längere Zeit erhöhten Blutzuckerwerten für das Auftreten der DPNP verantwortlich ist. Vermutlich führt der hohe Blutzucker auf mehrere Weisen zu den Nervenschäden.
Durch einen dauerhaft erhöhten Blutzucker können spezielle Schadstoffe entstehen. Beispielsweise kann der Blutzucker eine Verbindung mit bestimmten Eiweißen im Blut eingehen. Die Eiweiße werden dadurch geschädigt, und in weiteren Schritten entwickeln sie sich zu gefährlichen Stoffen, so genannten AGEs (advanced glycosylation end products). Die AGEs wiederum gelangen in die Nervenzellen und beeinträchtigen deren Funktion.
Mehr noch: Die AGEs können auch die Fortsätze der Nervenzellen schädigen, also die Nervenfasern (die „Nerven“). Dadurch ist die Weiterleitung von Impulsen in den Nervenfasern gestört, vergleichbar einem defekten Leitungskabel. Manchmal gehen die Nervenfortsätze auch völlig zugrunde.
Außerdem können die gefährlichen AGEs kleine Blutgefäße, die die Nerven mit Nährstoffen und mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgen, schädigen: Die Wände dieser Blutgefäße verdicken sich dann, in den Blutgefäßen kommt es zu Verstopfungen. Infolgedessen sind die Nerven nicht mehr genügend mit Blut und Sauerstoff versorgt und damit zusätzlich in ihrer Funktion eingeschränkt.
Die derart geschädigten Nerven verändern oder verringern ihre Funktion. Sie melden Reize ans Gehirn, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind, oder sie leiten tatsächlich vorhandene Reize gar nicht mehr weiter. Dadurch kann es beispielsweise zu Missempfindungsgefühlen und Schmerzen oder zu Unempfindlichkeit gegenüber Wärmereizen kommen.
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