Bei dieser Form der Harninkontinenz führt eine körperliche Belastung oder Anspannung dazu, dass der Urin nicht mehr gehalten werden kann. Typische Situationen sind Husten, Niesen, Lachen oder schweres Heben5. Die Ursache dafür ist entweder eine übermäßige Beweglichkeit der Harnröhre, der auf diese Weise die nötige Stabilität verloren geht, oder eine direkte Schwäche des Schließmuskelapparates im Bereich der Harnröhre. Wenn sich dann der Druck auf den Bauchraum durch körperliche Belastung erhöht, reicht die Verschlusskraft der Harnröhre nicht mehr aus.

Belastungsinkontinez/Stressinkontinenz

Drei Schweregrade

Die Belastungsinkontinenz wird nach drei Schweregraden gegliedert6:

  • Grad I: Unwillkürlicher Harnverlust bei heftiger Drucksteigerung im Bauchbereich, z.B. durch Lachen, Niesen, Husten oder schwere körperliche Belastung.
  • Grad II: Unwillkürlicher Harnverlust bei mittelstarker Drucksteigerung im Bauchbereich, z.B. durch Laufen oder Treppensteigen.
  • Grad III: Unwillkürlicher Harnverlust bei nur geringer Drucksteigerung im Bauchbereich und auch im Liegen.

Häufigkeit

8 von 10 Frauen mit Harninkontinenz leiden unter unwillkürlichem Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport. Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form der weiblichen Inkontinenz2. Das Durchschnittsalter der Frauen mit Belastungsinkontinenz liegt mit 47,3 Jahren niedriger als das der Gesamtheit der Frauen mit Harninkontinenz (50,9 Jahre)7. Das Problem tritt also auch in jüngerem Alter auf.

Belastung oder Stress?

Das Krankheitsbild wird auch Stressinkontinenz genannt. Dieser Begriff bezieht sich auf das englische Wort "Stress", das allgemein für Belastung - auch körperlicher Art - steht und nicht wie im Deutschen nur außergewöhnlichen psychischen Druck bezeichnet. Da der Begriff leicht zu Missverständnissen führen kann, wurde er mittlerweile durch den präziseren Ausdruck Belastungsinkontinenz ersetzt.

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