Die folgenden Formen der Harninkontinenz sind selten.

  • Überlaufinkontinenz: Bei dieser Form der Inkontinenz kann der Urin wegen mechanischer Hindernisse in der Blase nicht richtig abfließen. Dadurch wird die Blasenwand überdehnt, bis der Harn überläuft. Durch die starke Dehnung verformt sich zudem die harnaustreibende Muskulatur, die dann nicht mehr mit voller Kraft arbeiten kann. Typische Kennzeichen der Überlaufinkontinenz sind Harnträufeln, häufiges Wasserlassen, Startschwierigkeiten beim Wasserlassen und verstärkter Harndrang. Diese Form der Harninkontinenz tritt vor allem bei Männern mit vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostata) auf. Aber auch eine Verlagerung der Organe des Unterleibs bei Frauen kann das Abfließen des Urins erschweren und zu einer Überlaufinkontinenz führen.
  • Reflexinkontinenz: Bei dieser Form der Harninkontinenz ist die Übertragung von Signalen zwischen Gehirn und Blase gestört. Die Verschlussfunktion der Harnröhre kann nicht mehr durch Befehle aus dem Gehirn kontrolliert werden, die Blase macht sich selbstständig. Betroffene verlieren in unterschiedlichen Abständen unterschiedlich große Mengen Urin, oftmals ohne vorher überhaupt einen Harndrang zu verspüren. Das Problem ist meist die Folge bestimmter Nervenkrankheiten.
  • Extraurethrale Inkontinenz: Ursache dieser Form der Harninkontinenz ist eine so genannte Fistel. Fisteln sind krankhafte kleine Gänge, die sich im Körperinneren bilden können. An der Blase kann das dazu führen, dass der Urin nicht nur durch die Harnröhre nach außen gelangt, sondern durch eine Fistel anderswo versickert. Verbindet ein solcher Gang die Blase mit der Scheide oder dem Enddarm, tröpfelt der Urin durch diese nach außen.