
Sie werden sich möglicherweise körperlich ziemlich belastet fühlen.
Die Genesung nach einer Herzattacke und dem entsprechenden Eingriff am Herzen kann körperlich ziemlich belastend sein, besonders wenn Sie anfangen, wieder mehr Bewegung in Ihr Leben zu bringen. Scheuen Sie sich daher nicht, bei schweren oder anstrengenden Tätigkeiten Hilfe von Ihren Angehörigen oder Freunden anzunehmen.
Wann kann ich wieder Geschlechtsverkehr haben?
Im Allgemeinen wird das Herz durch Geschlechtsverkehr in etwa so belastet wie durch 20-minütiges flottes Gehen. Körperliche Bewegung ist gut für das Herz und sexuelle Aktivität ist ja lediglich eine andere Art körperlicher Bewegung. Die meisten Ärzte werden Ihnen sagen, dass Sie durch Geschlechtsverkehr keine Probleme zu erwarten haben, sofern Sie bei körperlichen Anstrengungen (wie z. B. beim Treppensteigen oder zügigen Gehen) keine Beschwerden wie Atemnot oder Schmerzen im Brustbereich verspüren.
Wann kann ich wieder Auto fahren?
Nach einer Herzattacke und einer Ballondilatation oder Stentoperation können Sie ohne Probleme Auto fahren, es sei denn, Sie möchten sich erst einmal eine oder zwei Wochen Zeit nehmen, um wieder richtig fit zu werden.
Wann kann ich reisen?
Ein Stent hindert Sie nicht daran, mit dem Flugzeug zu verreisen. Fragen Sie Ihren Kardiologen, ob irgendwelche medizinischen Gründe bei Ihnen gegen eine Flugreise sprechen.
Wann darf ich mich wieder sportlich betätigen und darf ich mich dabei uneingeschränkt belasten?
Regelmäßiges körperliches Training trägt entscheidend dazu bei, eine erneute Herzattacke zu verhindern oder sich nach einer Herzattacke wieder zu erholen. Sprechen Sie aber erst mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein Übungsprogramm beginnen. Er wird möglicherweise einen Belastungstest durchführen, um festzustellen, welche körperliche Belastung für Sie unbedenklich ist.
Patienten, die gerade eine Herzattacke überstanden haben, sollten in den ersten Monaten der Erholung besser zusammen mit anderen Menschen als allein Sport treiben.
Überlegen Sie sich, ob Sie nicht an einem Rehabilitationsprogramm für Herzpatienten teilnehmen wollen, falls dies von Ihrem Krankenhaus oder Ihrer Krankenversicherung angeboten wird. Eine andere Möglichkeit wäre, einem Fitness- oder Freizeitzentrum beizutreten. In beiden werden häufig Übungsprogramme angeboten, die von medizinischen Fachkräften überwacht werden.
Möglicherweise werden Sie seelische Veränderungen bemerken.
Eine Herzattacke kann Sie auch seelisch belasten. Wenn Sie sich deprimiert, aufgebracht, verängstigt oder allein fühlen, sollten Sie wissen, dass es sich dabei um normale Gefühlsregungen in den ersten Wochen nach einem Ereignis wie einer Herzattacke oder einer Stentoperation handelt. Manchmal treten sie bereits nach drei Tagen auf, und viele Menschen erleben noch zwei bis sechs Monate danach eine Vielzahl verschiedener Gemütsbewegungen.
Im Allgemeinen sind diese Gefühle vorübergehend und klingen wieder ab, sobald Sie sich wieder an Ihren Alltag gewöhnt haben. Falls sie jedoch länger als ein paar Wochen anhalten, sollten Sie besser mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Dann könnte es sich nämlich um Anzeichen einer Depression handeln, die eine anerkannte Erkrankung ist und die Gefahr herzbedingter Probleme erhöhen könnte. Besprechen Sie daher anhaltende Gemütsveränderungen unbedingt mit Ihrem Arzt, damit sie, falls erforderlich, rechtzeitig behandelt werden können.
Achten Sie auf Anzeichen einer Herzattacke.
Trotz aller Schritte, die Sie unternehmen, um die Gesundheit Ihres Herzens zu erhalten, ist es wichtig, auch weiterhin sorgfältig auf Anzeichen einer Herzattacke zu achten. Schätzungsweise 50 % aller Menschen, die eine instabile Angina Pectoris oder eine Herzattacke hatten, haben Beschwerden, die nicht rechtzeitig erkannt werden. Die entsprechenden Anzeichen zu kennen und darauf zu achten, kann dazu beitragen, eine erneute Herzattacke zu verhindern.
Zwar können verschiedene Menschen bei einer Herzattacke auch verschiedene Beschwerden haben, aber der häufigste Vorbote für eine Herzattacke ist die Angina Pectoris. Sie lässt sich mit Beklemmung, Druckgefühl, dumpfen oder bohrenden Schmerzen, Brennen sowie Völle- oder Engegefühl im Brustbereich beschreiben. Diese Beschwerden können fälschlich für Verdauungsstörungen oder Sodbrennen gehalten werden. Die Schmerzen bei einer Angina Pectoris können auch in Schultern, Arme, Nacken, Hals, Kiefer oder Rücken ausstrahlen.
Andere Beschwerden, die bei Herzproblemen auftreten können, sind u. a.:
- Schweißausbrüche oder kalter Schweiß
- Schmerzen im Oberbauch, das Gefühl, als liege das Essen ständig schwer im Magen, Übelkeit oder Erbrechen
- Atemnot (mit oder ohne Schmerzen im Brustbereich)
- Herzklopfen (so genannte Palpitationen wie unregelmäßiger Herzschlag, Aussetzen von Herzschlägen oder ein „Flattergefühl“ in Ihrer Brust)
- beschleunigter Herzschlag
- Schwächegefühl oder Schwindel
- extreme Müdigkeit
Falls diese Beschwerden länger als einige Minuten anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es müssen auch nicht alle diese Beschwerden auftreten, bevor es zu einer Herzattacke kommt. Bei manchen Menschen treten nur ein oder zwei auf.
Was sind die Anzeichen für eine Herzattacke bei Frauen.
Viele Frauen erleben eine Herzattacke anders als Männer. Bei Frauen können nur Beschwerden wie Atemnot, unerklärliche Müdigkeit oder Druckgefühl im unteren Brustbereich auftreten. Folglich werden die Anzeichen einer Herzattacke bei Frauen oft als Magenverstimmung oder andere nicht lebensbedrohliche Erkrankung fehlgedeutet. Sollten bei Ihnen irgendwelche dieser Beschwerden auftreten, zögern Sie NICHT, schnell Hilfe anzufordern.
Um auf der sicheren Seite zu sein, rufen Sie bitte umgehend Ihren örtlichen Rettungsdienst an, falls bei Ihnen irgendwelche der genannten Beschwerden auftreten. Die speziell ausgebildeten Rettungssanitäter können nicht nur für eine rasche und sichere Einlieferung ins Krankenhaus sorgen, sondern besitzen auch die notwendigen Kenntnisse, um Herzpatienten fachgerecht zu versorgen.
Halten Sie regelmäßig Ihre Arzttermine ein und machen Sie aus jedem Arztbesuch das Beste.
