
Die folgenden Tipps können Ihnen im Alltag helfen, kleinere Verletzungen und damit das evtl. Auftreten der eben genannten Nebenwirkungen zu vermeiden oder zu mildern:
- Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste, um Zahnfleischbluten zu verhindern.
- Benutzen Sie einen Elektrorasierer, um kleine Schnittverletzungen zu vermeiden.
- Putzen Sie sich Ihre Nase immer sehr vorsichtig und verwenden Sie ein Kochsalzspray oder Vaseline, falls Ihre Nase extrem trocken sein sollte.
- Sehen Sie sich in Ruhe Ihr Zuhause an und nehmen Sie eventuell einige Änderungen an der Anordnung Ihrer Möbel vor, um Prellungen und Blutergüsse zu vermeiden.
Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?
Einige innere oder äußere Blutungen können schwerwiegender sein. Sie kommen zwar nur selten vor, aber wenn Sie die folgenden Anzeichen bemerken, müssen Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen:
- rosa oder braun verfärbter Harn
- roter oder schwarzer Stuhl (mit oder ohne Bauchschmerzen)
- größer werdende Blutergüsse
- starke oder nicht zu stillende Blutungen (z. B. Nasenbluten, das nicht aufhört)
- Seh-, Bewusstseins- oder Sprachstörungen
Machen Sie sich auch mit Ihren anderen Medikamenten vertraut.
Gründliche Kenntnisse über den Schutz, den Ihnen Ihre Medikamente bieten, sind wichtig, damit Sie wissen, wie Sie Ihr Herz dauerhaft vor einer weiteren Attacke schützen können.
Wie unterscheiden sich meine Thrombozytenaggregationshemmer von meinen anderen Herzmedikamenten?
Im Rahmen Ihres Behandlungsplans wurden Ihnen vielleicht noch andere Medikamente verordnet, wie z. B. cholesterin- und blutdrucksenkende Arzneimittel. Diese Medikamente verhindern nicht die Bildung von Blutgerinnseln, sondern schützen Ihr Herz auf andere Weise.
Thrombozytenaggregationshemmer können das Risiko eines Blutgerinnsels reduzieren. Zu anderen Arzneimitteln, die Ihnen MÖGLICHERWEISE verordnet wurden, gehören folgende:
- Arzneimittel gegen Bluthochdruck
- Angiotensin-Rezeptorblocker (auch AT1-Blocker genannt) dienen dazu, die Blutgefäße zu entspannen, wodurch die Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzmuskels erhöht wird.
- ACE-Hemmer entspannen und erweitern die Blutgefäße, so dass das Blut leichter durch sie hindurchfließen kann. Dadurch wird die Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens verbessert, und das Herz kann leichter und effizienter arbeiten.
- Betablocker verbessern die Fähigkeit des Herzens, sich zu erholen, indem sie den Herzschlag verlangsamen.
- Kalziumantagonisten helfen den Muskeln von Herz und Blutgefäßen, sich zu entspannen, verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck.
- Diuretika (Wassertabletten) helfen Ihrem Körper, überflüssiges Wasser und Salze mit dem Harn auszuscheiden, und erleichtern Ihrem Herzen dadurch die Pumparbeit.
- Cholesterinsenkende Arzneimittel
- Statine hemmen die Bildung von Cholesterin. Cholesterin trägt zur Entwicklung von Fettablagerungen bzw. Plaques in den Herzgefäßen bei und kann so ein Verstopfen der Gefäße begünstigen.
Ihr Arzt wird entscheiden, welche Arzneimittel für Sie geeignet sind. Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen auch noch weitere Informationen zu Ihren Medikamenten geben und wird Sie über mögliche Risiken und Nebenwirkungen informieren.
Medikamente, die Sie nicht einnehmen, können Sie auch nicht schützen.
Hier einige gängige Situationen, die dazu führen können, dass Sie die Einnahme Ihrer Medikamente zu früh beenden:
- Die Medikamente sind Ihnen ausgegangen und Sie haben nicht rechtzeitig für Nachschub gesorgt.
- Sie wissen nicht genau, wie lange Sie Ihre Medikamente einnehmen sollen.
- Sie beenden die Einnahme Ihrer Medikamente auf Empfehlung von Ärzten anderer Fachrichtungen, wie Zahnärzten, Orthopäden oder Hautärzten, die möglicherweise nicht über Ihre Herzerkrankung informiert sind.
- Sie machen eine Urlaubsreise und vergessen, Ihre Medikamente mitzunehmen.
- Sie sind der Meinung, dass Sie Ihre Medikamente nicht mehr einnehmen müssen oder die Dosis verringern können, weil es Ihnen schon besser geht.
Ein besseres Verständnis Ihrer Krankheit und ein wenig Planung können helfen, viele dieser Situationen zu vermeiden und Sie vor neuen Herzattacken zu schützen.
