Der Eingriff an Ihrem Herzen, die Einnahme Ihrer Medikamente und regelmäßige Arztbesuche sind zwar äußerst wichtig, können Ihre Herzerkrankung aber nicht heilen. Von ebenso großer Bedeutung sind eine gesunde Lebensweise sowie die Aufgabe ungesunder Gewohnheiten. Nur Sie allein können diese Schritte unternehmen, die dazu erforderlich sind, das Fortschreiten Ihrer Herzerkrankung aufzuhalten.

Was sind Risikofaktoren?

Eine Herzerkrankung entwickelt sich ganz allmählich, und es gibt wahrscheinlich verschiedene Faktoren, die in Ihrem speziellen Fall zu der Herzerkrankung geführt haben. Diese so genannten Risikofaktoren sind bestimmte Umstände oder Gewohnheiten, die einen Menschen anfälliger für eine bestimmte Krankheit machen. Bei Herzerkrankungen teilen sich die Risikofaktoren in zwei große Gruppen – in jene, die Sie beeinflussen können, und jene, auf die Sie keinen Einfluss haben. Je mehr Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen, desto größer ist die Gefahr künftiger Herzprobleme.

Auf einige Risikofaktoren haben Sie keinen Einfluss.  Zu den nicht zu beeinflussenden Risikofaktoren gehören u. a.:

  • höheres Alter
  • Herzerkrankungen in der Familie

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählen u. a.:

  • Rauchen
  • Ernährung
  • hohes LDL- bzw. „schlechtes“ Cholesterin und niedriges HDL- bzw. „gutes“ Cholesterin
  • nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck
  • mangelnde Bewegung
  • Übergewicht (mehr als 20 % über dem Idealgewicht)
  • Diabetes bzw. Zuckerkrankheit
  • Stress

Die Auswirkungen weiterer Risikofaktoren, die sich möglicherweise beeinflussen lassen, wie z. B. die Depression, werden zurzeit noch untersucht.

So verringern Sie Ihre Risikofaktoren.

Das Rauchen aufgeben, sich gesund ernähren und sich regelmäßig bewegen gehören zu den entscheidenden Dingen, durch die man beeinflussbare Risikofaktoren verringern kann. Es auch wirklich zu tun, verlangt nicht allzu viel und ist auch nicht besonders schwierig.

Beginnen Sie mit kleinen Schritten, um letztlich große Ziele zu erreichen. Manche Empfehlungen Ihres Arztes sind wahrscheinlich schwieriger zu befolgen als andere. Wenn man das langfristige Ziel im Auge hat, kann das ziemlich erdrückend sein. Teilen Sie sich daher das langfristige Ziel in mehrere kurzfristige Ziele auf, die leichter zu erreichen sind. Mit jedem erreichten Schritt wird Ihnen der nächste Schritt einfacher erscheinen.

Ihr Arzt hat Ihnen z. B. empfohlen, 20 kg abzunehmen. Einfach nur zu sagen, dass Sie 20 kg abnehmen möchten, indem Sie ab sofort darauf achten, was Sie essen, und sich körperlich bewegen, wird Sie nicht an das gesteckte Ziel bringen. Teilen Sie sich deshalb das große Ziel lieber erst mal in kleinere Schritte auf, wie beispielsweise 0,5 kg pro Woche abzunehmen. Stecken Sie sich also realistische Ziele, die Sie auch wirklich erreichen können. Natürlich sollten Sie niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ein neues Bewegungs- oder Ernährungsprogramm beginnen oder ein bestehendes ändern.

Sie müssen sich auch nicht von Anfang an gleich auf alle gesteckten Ziele konzentrieren. Machen Sie sich ein oder zwei zur Gewohnheit und nehmen Sie sich dann das nächste und wieder das nächste und wieder das nächste vor. Stecken Sie sich jede Woche ein neues Ziel. Letztendlich kommen Sie so dem langfristigen Ziel immer näher, fast ohne es zu merken.

Wenn Sie es nicht bereits getan haben, bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen einen geeigneten Behandlungsplan aufzustellen. Sie sollten auch bei Ihrer Krankenversicherung anfragen, ob sie Kurse zu Ernährung, körperlicher Bewegung oder Raucherentwöhnung anbietet.