
Es ist zwar nicht eindeutig bewiesen, dass Stress zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, es gibt jedoch zunehmend Hinweise, die darauf schließen lassen, dass zwischen dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Faktoren wie Belastung am Arbeitsplatz, soziale Vereinsamung und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine Beziehung besteht.
Außerdem kann Stress bestimmte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck nachteilig beeinflussen oder Verhaltensweisen fördern, die für das Herz ungesund sind, wie z. B. das Rauchen. Er kann auch Depression, Angstzustände und Zorn auslösen, was für Menschen, die gerade eine Herzattacke überstanden haben, gefährlich sein kann.
Deshalb ist es so wichtig, Belastungen durch Stress so weit wie möglich zu verringern. Die Vermeidung von Stress kann für die Verhütung künftiger Herzprobleme genauso nützlich sein wie körperliches Training.
Tipps zum Umgang mit Stress*
- Wenn Sie eine Herzkrankheit haben und wissen möchten, wie Sie am besten mit Stresssituationen umgehen, sollten Sie zuallererst mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Er gibt Ihnen möglicherweise eine Liste von örtlichen Beratungsstellen und Interessensgruppen, wo Sie andere Menschen in ähnlichen Situationen treffen und erfahren können, wie diese das Problem bewältigen.
- Nehmen Sie sich jeden Tag 15 bis 20 Minuten Zeit, in denen Sie einfach nur ruhig dasitzen und sich entspannen.
- Holen Sie tief Luft, wenn Sie merken, dass Sie unruhig werden.
- Lernen Sie Dinge zu akzeptieren, die Sie nicht ändern können, und zu begreifen, dass Sie nicht jedes Problem lösen können und das auch nicht von Ihnen erwartet wird.
- Zählen Sie erst bis zehn, bevor Sie antworten oder reagieren, wenn Sie wütend sind.
- Versuchen Sie eventuelle Stresssituationen im Voraus zu erkennen und ihnen möglichst aus dem Weg zu gehen.
*Nach American Heart Association: Americanheart.org. Zugriff 24.10.2012.
Tun Sie sich mit anderen zusammen
Es kann hilfreich sein, sich anderen anzuschließen, die in der gleichen Lage sind wie Sie. Erwägen Sie, falls möglich, zusammen mit anderen Menschen an einem Rehabilitations- oder Trainingsprogramm für Herzkranke teilzunehmen. Die Forschung hat gezeigt, dass solche Programme Leben retten können. Laut einer aktuellen Studie kam es bei den Patienten, die ein körperliches Training durchführten, zu weniger herzbedingten Todesfällen, erneuten Herzattacken und erforderlichen Herzoperationen als bei jenen, die nur die „übliche Versorgung“ erhielten.
Rehabilitationsprogramme können Ihnen auch helfen, Ihre Lebensgewohnheiten zu ändern. Diese Programme finden oft in einem Krankenhaus unter Leitung eines Rehabilitationsteams oder mit Unterstützung von Ärzten, Pflegepersonal, Ernährungsberatern oder anderen medizinischen Fachkräften statt. Viele Menschen empfanden solche Programme im Sinne einer ständigen Motivation und der Einhaltung der empfohlenen Behandlung als sehr hilfreich.
Selbsthilfegruppen
Viele Männer und Frauen sind oft überrascht, wie viel besser sie sich nach einem Gespräch mit anderen Menschen fühlen, die ebenfalls mit einem Herzproblem zu kämpfen haben. Wenn Sie mit anderen über Ihre Erfahrungen und Gefühle sprechen, werden Sie bald feststellen, dass Sie mit Ihren Problemen nicht allein dastehen und dass Ihre Empfindungen ganz normal sind. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen eine Selbsthilfegruppe empfehlen kann.
Bleiben Sie am Ball
Wenn es Ihnen wieder etwas besser geht, ist es nur natürlich, dass Sie vergessen, wie beunruhigt Sie waren, und Sie werden sich wahrscheinlich fragen, ob Sie Ihre Medikamente jetzt überhaupt noch einnehmen müssen. Dass Sie sich besser fühlen, ist aber einfach ein Zeichen dafür, dass Ihre Behandlung wirkt. Deshalb beenden Sie die Einnahme Ihrer Medikamente bitte nicht eigenmächtig.
Behalten Sie auch Ihre neuen gesunden Verhaltensweisen mindestens 30 Tage lang ganz bewusst bei. Viele Theorien besagen, dass es mindestens einige Wochen dauert, sich etwas Neues anzugewöhnen. Nach diesem Zeitraum verfällt man meist nicht mehr so leicht in die alte Routine. Und falls Sie doch wieder schwach werden, lassen Sie sich dadurch nicht unterkriegen. Starten Sie einfach gleich am nächsten Tag aufs Neue und denken Sie positiv.
Weitere nützliche Hinweise finden Sie auf folgenden Internetseiten:
World Heart Federation: www.worldheart.org
Deutsche Herzstiftung: www.herzstiftung.de
