
Unsere Atmung ist so selbstverständlich, dass wir sie normalerweise kaum wahrnehmen. Erst wenn diese Funktion eingeschränkt ist, wird uns ihre Bedeutung bewusst. Denn die Lunge ist ein Organ mit lebenswichtigen Funktionen: In ihr wird der Luftsauerstoff auf die roten Blutkörperchen übertragen, die ihn über die Blutbahn im ganzen Körper an die Zellen verteilen. Die Lunge hat damit eine zentrale Funktion für die Leistungsfähigkeit des Organismus.
Innenansicht der Lunge
Die Lungen füllen einen Großteil des Brustraums (Thorax) aus. Den rechten Flügel teilen zwei tiefe Spalten in Ober-, Mittel- und Unterlappen. Wegen der linksseitigen Lage des Herzens ist der linke Lungenflügel etwas kleiner und hat nur zwei Lappen. Die Lungenlappen unterteilen sich wiederum in zehn Lungensegmente mit jeweils eigener Versorgung durch einen Bronchialast und Gefäße. Die Hauptbronchien verzweigen sich wie ein Baum in immer kleinere und feinere Äste, die Bronchien und Bronchiolen. Das Ende bilden tief im Gewebe die Lungenbläschen (Alveolen). Sie lassen die Lungen wie einen feinporigen Schwamm aussehen.
| Das Äußere der Lunge ist von einer Haut, dem Lungenfell, (Pleura) überzogen. Zwischen der Lungenoberfläche und der ebenfalls von Pleura (hier Rippenfell) ausgekleideten Brustwand befindet sich ein dünner Spalt, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, der so genannte Pleuraspalt. Dadurch können sich bei der Atmung Lunge und Brustwand gegeneinander verschieben. Die Flüssigkeit im Pleuraspalt kann bei Entzündungen oder Tumorbefall der Pleura vermehrt sein und einen Erguss bilden. Neben Nerven und Blutgefäßen durchziehen auch Lymphbahnen die Lunge, die Gewebeflüssigkeit und alle möglichen Abfallstoffe aufnehmen. Die abführenden Lymphgefäße verlaufen von der Lungenpforte entlang der Luftröhre und münden schließlich in das Blutgefäßsystem. Bei Krebserkrankungen können über die Lymphflüssigkeit auch Krebszellen verschleppt werden. Sie werden oft zunächst in den zwischengeschalteten Lymphknoten im Bereich der Lungenpforte und des Raums zwischen den Lungenflügeln, dem Mediastinum, abgefangen. Bei Tumorerkrankungen, aber auch bei Entzündungen, können die Lymphknoten vergrößert sein.
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Wie funktioniert die Atmung
Man unterscheidet zwischen innerer und äußerer Atmung. Bei der äußeren Atmung - dem Luft holen und Ausatmen - wird Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben. Unter innerer Atmung versteht man den Sauerstofftransport durch das Blut bis zu den Körperzellen bzw. die Abgabe des Kohlendioxids aus der Zelle.
Ein Erwachsener atmet in Ruhe etwa zwölf bis fünfzehn Mal pro Minute ein und wieder aus. Bei jedem Atemzug wird ungefähr ein halber Liter Luft eingeatmet.
Die Atemluft gelangt durch Mund oder Nase über die Luftröhre (Trachea) hinunter in den Brustkorb zu den beiden Hauptbronchien und von da aus in die immer feiner werdenden Bronchien. Die Luftröhre und das Bronchialsystem sind von einer Schleimhaut ausgekleidet. Ihre Oberfläche ist bedeckt von einem schleimigen Sekret, das Schwebteilchen und Staubpartikel aus der Atemluft bindet. Ein dichter Besatz an beweglichen Flimmerhärchen sorgt für einen beständigen Transport aus den Atemwegen heraus, der durch Räuspern und Husten unterstützt wird. Dieser fortlaufende Prozess dient der Reinigung und Freihaltung der Atemwege.
| In den Alveolen, die sich wie Weintrauben um einen Bronchiolus gruppieren, findet der Gasaustausch statt. Hier stehen Luftwege und Blutgefäße in engster Verbindung. Durch die Wände der etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die zusammengenommen eine tennisplatzgroße Fläche von 100 bis 120 Quadratmetern bilden, wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Atemluft abgegeben. Das sauerstoffarme Blut wird in der Lunge wieder mit Sauerstoff angereichert und fließt zum Herzen zurück. Weiterführende Informationen zum Thema Lungenkrebs finden Sie in der Broschüre Betroffen? - Lungenkrebs. Informationen für Patienten und ihre Angehörigen. |


