
| Wie es dazu kommt, dass sich Zellen in Krebszellen verwandeln, ist noch nicht vollständig geklärt. Prinzipiell gehen Wissenschaftler von einer Anhäufung krebsfördernder Veränderungen im Bau- und Betriebsplan der Zellen, dem Erbgut, aus. Nach dessen „Anweisungen“ wächst und lebt eine Zelle. Im Laufe des Lebens kann sich das Erbgut durch verschiedene Einflüsse verändern. Der Körper hat jedoch wirkungsvolle Kontrollmechanismen, um solche defekten Zellen auszuschalten. Es kann aber vorkommen, dass eine Zelle mit einer krebsbegünstigenden Veränderung dieser Kontrolle entgeht und sich durch Teilung vermehren kann. Sie gibt dann die Erbgutveränderung an ihre "Tochterzelle" weiter, die wieder neue Veränderungen generiert. Auf diese Weise kann über mehrere Zell-Generationen hinweg schließlich eine Krebszelle entstehen.
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Risikofaktoren lassen sich vermeiden
Ob sich aus einer Krebszelle tatsächlich ein Tumor entwickelt, wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Welche Bedeutung diese im Einzelnen haben und wie sie genau zusammenwirken, ist noch ungeklärt. Eine Reihe von Faktoren, die das persönliche Erkrankungsrisiko erhöhen, sind jedoch gerade bei Lungenkrebs gut bekannt. Verhaltensänderungen und Vorsichtsmaßnahmen sind daher die beste Vorbeugung gegen Lungenkrebs, zumal es derzeit keine anerkannte Früherkennungsuntersuchung gibt.
Tabakkonsum
An erster Stelle stehen schädigende Substanzen, die mit der Atemluft in die Lunge gelangen. Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor ist der Zigarettenrauch mit allein über 40 schädigenden Inhaltsstoffen. Das Risiko, Lungenkrebs zu entwickeln, steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag bis zum 20- bis 30-fachen eines Nichtrauchers. Auch die Dauer des Rauchens und der Zeitpunkt des Beginns spielen eine Rolle. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an einem Lungentumor, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn des Zigarettenkonsums. Bei Pfeifenrauchern oder Zigarrenrauchern ist das Risiko für Lungenkrebs zwar etwas geringer, aber immer noch sehr viel höher als bei Nichtrauchern.
Auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Wer mit einem Raucher zusammenlebt oder bei der Arbeit Tabakrauch ausgesetzt ist, hat ein um 20% bis 30% erhöhtes Lungenkrebsrisiko.
Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich immer!
Wenn ein starker Raucher seine Gewohnheit aufgibt, sinkt sein Erkrankungsrisiko innerhalb von 10 Jahren vom 15-fachen auf das 5-fache des Risikos eines Nichtrauchers, nach 15 Jahren ist das Risiko nur noch doppelt so hoch. Bei Frauen scheint sich das Risiko rascher zu reduzieren. Unterstützung und Beratung auf dem Weg zum Nichtraucher bietet zum Beispiel das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Schadstoffe am Arbeitsplatz und in der Umwelt
Am Arbeitsplatz eingeatmete chemische Substanzen können besonders in Kombination mit dem Rauchen ebenfalls krebsfördernd sein. Hierzu zählen beispielsweise Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, aromatische Kohlenwasserstoffe und Radon. Auch durch eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Außenluft - zum Beispiel durch Dieselruß - kann sich das Lungenkrebsrisiko etwa auf das Eineinhalbfache erhöhen.
Schlechte Ernährung
Bei wenig Verzehr von Obst und Gemüse ist das Lungenkrebsrisiko auf das Doppelte erhöht. Wichtig ist dabei, dass Vitaminpräparate kein Ersatz für frische Produkte sind. Im Gegenteil, Studien haben ergeben, dass die Einnahme von Präparaten mit Vitamin A und E entgegen den ursprünglichen Annahmen das Lungenkrebsrisiko nicht senkt, sondern sogar erhöhen kann.
Vererbung
Ererbte Faktoren scheinen bei der Entstehung von Lungenkrebs eine Rolle zu spielen. Auf diesem Gebiet wird derzeit noch sehr viel geforscht. Einige Genveränderungen, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, konnten bereits identifiziert werden. In der Regel entstehen diese jedoch erst im Laufe des Lebens, unter anderem durch schädigende Einflüsse.
Weiterführende Informationen zum Thema Lungenkrebs finden Sie in der Broschüre Betroffen? - Lungenkrebs. Informationen für Patienten und ihre Angehörigen.
Weiterführende Literaturhinweise:
Weiterführende Literaturhinweise:
- Lungenkrebs - ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Heft 10 aus der Blauen Reihe der Deutschen Krebshilfe, 7/2008.
- Delbrück, H.: Lungenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige, 4. überarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2007.
- Aulitzky, W.: Handbuch Krebs: Alles zur Vorsorge, Diagnose, Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen. Süd-West-Verlag, München 2007.
- Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Passivrauchen – auch wenig ist zu viel Heidelberg, 2006
- Ammon, A., Meyer, D.: Lebenszeit - Zeit zum Leben. Ein Ratgeber für Menschen mit Krebs, W. Zuckschwerdt Verlag, München 2004.

