An Bluthochdruck - die medizinische Bezeichnung ist Hypertonie - leiden in Deutschland laut Schätzungen der Deutschen Bluthochdruckliga rund 20 Millionen Menschen. Eine weitere Form des Hochdruckes, die Pulmonale Hypertonie, auch Lungenhochdruck genannt, ist dagegen nur sehr gering verbreitet und kaum bekannt.

Was ist eine Pulmonale Hypertonie?

Was ist eine Pulmonale Hypertonie?

Unter dem Sammelbegriff Pulmonale Hypertonie, kurz PH, werden fünf verschiedene Klassen von Erkrankungen zusammengefasst, zu denen die Pulmonale Arterielle Hypertonie (PAH) als eigene Klasse gehört. Um die Erkrankung besser verstehen zu können, wird im Folgenden ein genauerer Blick auf die Aufgaben von Lunge und Herz geworfen.

Aufgabe von Lunge und Herz

Aufgabe von Lunge und Herz

Im Körper arbeiten zwei ineinandergreifende Blutkreisläufe – zum einen der Körperkreislauf, auch großer Kreislauf genannt, zum anderen der Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf). Damit das Blut alle Organbereiche durchströmen kann und bis in die äußersten Winkel des Körpers gelangt, ist ein bestimmter Druck nötig, welcher unter anderem vom Herz erzeugt wird. Das Blut erreicht durch die Gefäße jede Stelle im Körper, an der es benötigt wird.

Im Körperkreislauf fließt das Blut von der linken Herzhälfte durch den gesamten Körper und versorgt die Organe mit Sauerstoff. Das nun sauerstoffarme Blut erreicht das Herz wieder durch die rechte Herzhälfte und wird von dort durch die Lungengefäße gepumpt. In der Lunge nimmt es Sauerstoff auf und fließt zurück zur linken Herzhälfte um von dort erneut in den großen Kreislauf zu gelangen.

Wenn der Lungenkreislauf unter Druck steht

Wenn der Lungenkreislauf unter Druck steht

Normalerweise liegt der mittlere Blutdruck im Lungenkreislauf bei maximal 20mmHg. Bei „mmHg“ handelt es sich um eine Einheit, in der die Stärke des Druckes angeben werden kann. Bei der Pulmonalen Hypertonie steigt der Blutdruck in der Lungenschlagader, der sogenannten Pulmonalarterie, auf durchschnittlich mehr als 25 mmHg an. Der dauerhaft erhöhte Druck bei der PH geht häufig mit einem Umbau der Lungenarterien einher, die Gefäßmuskulatur verändert sich. Aus elastischem Muskelgewebe wird kaum dehnbares, steifes Bindegewebe. Da die starren Gefäße Bluthochdrucksteigerungen nun schlechter ausgleichen können, kommt es zu einem konstant erhöhten Druck. Darüber hinaus erschwert die dicke und verhärtete Gefäßwand den Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff, der in der Lunge stattfindet. Dies führt zu einer eingeschränkten Sauerstoffversorgung im Körper.