
Eltern, die vermuten, ihr Kind könnte eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung haben, sollten sich an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen oder ein sozialpädiatrisches Zentrum wenden. Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen können zusätzliche Hilfestellung geben.
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Der Weg zur exakten Diagnose von ADHS ist zeitaufwändig und schwierig, da keine Veränderungen von Laborwerten bekannt sind und die Leitsymptome Aufmerksamkeits-Defizit, Hyperaktivität und Impulsivität bei jedem ADHS-Patienten unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Leitsymptome müssen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten beobachtet worden sein und werden mit Hilfe von Fragebögen erfasst1.
Dabei werden Schilderungen der Familiengeschichte, Beschreibungen der Entwicklung des Kindes sowie Fremdbeschreibungen von Kindergarten und Schule einbezogen. Bei Bedarf erfolgen neurologische und neuromotorische Untersuchungen, computergestützte Aufmerksamkeitstests und psychologische Tests (Intelligenz- und Persönlichkeitstests)2, 3. Die Diagnosestellung orientiert sich an den internationalen Klassifikationssystemen psychiatrischer Störungen - DSM-IV bzw. ICD-10.
Die Symptome der ADHS sind nicht sehr spezifisch, sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Berücksichtigt werden sollten Schilddrüsenerkrankungen, Lungenerkrankungen, Hirntumore, Hirnhautentzündungen, Kopfverletzungen, Durchblutungsstörungen, Chorea Huntington, Multiple Sklerose und Teilleistungsstörungen wie die Legasthenie. Um organische Störungen auszuschließen, können Blutuntersuchungen, EEG, Computertomogramm oder Kernspintomographie des Kopfes durchgeführt werden.
Abgegrenzt werden müssen auch psychische Störungen, wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Borderline-Persönlichkeiten, antisoziale Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Zur Differenzialdiagnose gehören daher auch Fragen nach den Familienverhältnissen, nach z.B. Konflikten, Trennung, Misshandlung, schwerer Erkrankung der Eltern aber auch nach dem sozialen Umfeld, Missbrauch von Alkohol, Medikamenten und Drogen.
Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung ist sehr wichtig. Eine auf der Diagnose aufbauende, gezielte Therapie kann bereits bestehende Entwicklungsdefizite ausgleichen und die angespannte familiäre Situation verbessern.
Quellen
- Blanz, B.: Hyperkinetische Störung, ADHD, Hyperaktivität. Kinderärztliche Praxis 72 (2001) Sonderheft 5-8
- Neuhaus, Cordula: Das hyperaktive Kind und seine Probleme, Urania-Ravensburger Verlag, 1999, 5. Auflage
- Skrodzki, Dr. Klaus: Das Hyperkinetische Syndrom, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1996
Weiterführende Links:
- Wie wird ADHS festgestellt? (info-adhs.de)
- Finden Sie einen Arzt in Ihrer Nähe auf www.info-adhs.de
- Notieren Sie Ihre Beobachtungen für Ihr erstes Arzt-Eltern-Gespräch


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