
Bereits im Kleinkindalter werden Symptome erkennbar, die über mindestens sechs Monate anhalten und sich in späteren Lebensbereichen – Kindergarten, Schule, Freizeit, Arbeitsplatz – mehr oder weniger stark ausprägen. Teilweise wird ADHS erst in der Pubertät sichtbar. |
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Was sind Anzeichen von Unaufmerksamkeit?
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- ist häufig unaufmerksam gegenüber Details oder macht Sorgfältigkeitsfehler bei den Schularbeiten oder anderen Arbeiten/Tätigkeiten
- kann die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spiel häufig nicht aufrechterhalten
- führt Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten nicht zu Ende bringen
- beschäftigt sich nur widerwillig mit Aufgaben, die eine länger andauernde geistige Anstrengung erfordern
- verliert häufig Gegenstände, die er/sie für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt
- scheint häufig nicht zu hören, wenn andere ihn/sie ansprechen
- kann Aufgaben und Aktivitäten nicht organisieren und strukturieren
- wird häufig durch äußere Reize leicht abgelenkt
Wie äußert sich Hyperaktivität?
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Woran erkennt man vermehrte Impulsivität?
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- platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor Fragen zu Ende gestellt sind
- kann häufig bei Spielen oder Gruppensituationen nicht warten, bie er/sie an der Reihe ist
- unterbricht oder stört andere häufig (z.B. platzt in die Unterhaltung oder Spiele anderer)
- redet übermäßig viel, ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren
Diese Symptome sind nicht bei jedem ADHS-Patienten gleichermaßen ausgeprägt. Die Erkrankung kann sich auf sehr unterschiedliche Art bemerkbar machen. Vor allem Mädchen sind häufig vom unaufmerksamen Typ. Die Unaufmerksamkeit macht sich aber nicht so deutlich bemerkbar wie die Hyperaktivität. Daher werden Mädchen oft nicht als ADHS-Patienten erkannt. Die Erkrankung hat bei manchen Patienten mit veränderter Symptomatik bis ins Erwachsenenalter Bestand. Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen können begleitend hinzukommen.
Welche emotionalen und sozialen Probleme können über die Kernsymptome hinaus auftreten?
Vor allem Kinder, die in mehreren Lebensbereichen stark von ADHS betroffen sind, haben sich mal einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Sie erleben dies häufig als ein Wechselbad der Gefühle, was ihre emotionale Befindlichkeit stark beeinträchtigt. Auf ihre Umwelt wirken sie aufgrund dieser Impulsivität oft unberechenbar, was den Aufbau von Beziehungen zu Gleichaltrigen erschwert und auch das Verhältnis zu Familienmitgliedern schwer belasten kann. Mit Geschwistern oder anderen Kindern geraten sie häufig in Streit. Keiner will mit ihnen spielen. Die betroffenen Kinder spüren diese Ablehnung meist sehr deutlich und ziehen sich zurück. ADHS kann somit das Selbstwertgefühl der Kinder und ihre soziale Integration stark beeinträchtigen.
Bleiben die Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen?
Lange glaubte man, ADHS würde nur Kinder betreffen und sie würden später von selbst der Symptomatik entwachsen. Heute weiß man, dass ADHS bis ins Jugend- und Erwachsenenalter fortbestehen kann. Verhaltensauffälligkeiten können sich im Laufe der Zeit verändern, beispielsweise sind Erwachsene nicht mehr so impulsiv und zappelig, die zugrunde liegende Aufmerksamkeitsstörung bleibt aber häufig bestehen.
Wird ADHS nicht behandelt, können neben den Kernsymptomen auch die emotionalen und sozialen Probleme bestehen bleiben. Die Auswirkungen, die sich daraus ergeben, können mit dem Alter gravierender werden. Soziale Ausgrenzung und ein geringes Selbstwertgefühl stellen Risikofaktoren für den Konsum von Alkohol, Nikotin oder Drogen dar. Bei Jugendlichen mit unbehandelter ADHS ist dieser überdurchschnittlich hoch. Gelingt es dagegen, durch eine frühzeitige Therapie die soziale Integration der Betroffenen zu verbessern, kann diese Gefahr verringert werden.
Quellen
- Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
- Biederman J et al. Psychoactive substance use disorder in adults with ADHD: Effects on ADHD and psychiatric comorbitity. Am J Psychiatry 1995; 152(11):1652-1658.
- Molina BSG, Pelham WE. Childhood predictors of adolescent substance use in a longitudinal study of children with ADHD. J Abnorm Psychol 2003; 112(3):497-507.
- Neuhaus, Cordula: Das hyperaktive Kind und seine Probleme, Urania-Ravensburger Verlag, 1999, 5. Auflage
- Ryffel M. Die Aufmerksamkeitsstörung, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1996
- Skrodzki K. Das Hyperkinetische Syndrom, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim,1996
- Slomkowski et al. Is self-esteem an important outcome in hyperactive children?. J Abnormal Child Psychiatry 23: 303–315; 1995.
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