Moderne Medikamente können Training für einen starken Beckenboden unterstützen

3. Mai 2011 - 

Wenn im Sommer die besten Frauenfußballteams um den Weltmeisterschaftstitel spielen, zeigen sie, dass geschickte Spielzüge, gekonnte Dribblings und körperliche Fitness längst keine reinen Männerdomänen mehr sind. Ausreichend Fitness kann aber nicht nur Fußballspiele entscheiden. Auch wer keine Profisportlerin ist, sollte auf eine gesunde Lebensweise mit möglichst viel Bewegung achten. Dadurch steigt das körperliche Wohlbefinden und auch Krankheitssymptome können verringert werden. Führen leichte Belastungen wie Husten, Niesen oder Heben zu ungewolltem Urinverlust, können gezielte Übungen dazu beitragen, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. In Kombination mit modernen Medikamenten ermöglicht gezieltes Beckenbodentraining, dass sich Frauen, die unter den Symptomen einer Belastungsinkontinenz leiden, nicht länger im Abseits fühlen.

Sie stehen mitten im Leben, feiern berufliche Erfolge und kümmern sich intensiv um Freunde und Familie: Zu diesem Bild rundum erfolgreicher Frauen scheinen Symptome wie plötzlicher Urinverlust bei geringen Belastungen nicht zu passen. Und doch sind davon in Deutschland im Schnitt acht von zehn Frauen jeden Alters betroffen. Viele von ihnen trauen sich nicht, über die sogenannte Belastungsinkontinenz zu sprechen. Manche ziehen sich sogar ganz von ihrem Umfeld zurück und geben liebgewonnene Hobbys wie zum Beispiel den wöchentlichen Sportkurs auf.

Weniger Beschwerden durch gesunde Lebensweise

Dabei ist es gerade eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, die die Beschwerden verringern kann. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass häufig schon eine Gewichtsreduktion dazu beiträgt, die Symptome zu lindern. Für Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz eignen sich vor allem sanfte Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Rad fahren, weil diese den Beckenboden nicht stark belasten. Allein oder zusammen mit einer guten Freundin aktiv zu werden, kann zudem das Gefühl vermitteln, dem Leben nicht länger von der Ersatzbank aus zusehen zu müssen. Und gemeinsam kann man sich vielleicht auch eher für ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur motivieren

Mit Kombination aus Training und Medikamenten zum Erfolg

Denn die Beckenbodenmuskulatur ist unter anderem dafür verantwortlich, Urin halten zu können. Ist sie geschwächt, kann Belastungsinkontinenz die Folge sein. Betroffene Frauen können vor allem mit Hilfe ihres Arztes oder Physiotherapeuten den Symptomen die rote Karte zeigen. Professionell angeleitete Übungen stärken zum Beispiel die Muskeln des Beckenbodens. Sind die Übungen einmal erlernt, können sie ohne Aufwand mit Ausdauer und Motivation auch zu Hause fortgeführt werden. Bei mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz kann unterstützend dazu auch ein Medikament eingesetzt werden. Generell gilt, dass Operationen nur dann in Betracht gezogen werden sollten, wenn alle anderen Maßnahmen eine unzureichende oder keine Wirkung gezeigt haben.

Um den ersten Besuch beim Arzt und das Gespräch über den unbewussten Harnverlust zu erleichtern, steht auf www.Kompetenz-In-Kontinenz.de eine Checkliste bereit. Sie umfasst zum einen mögliche Fragen, die der Arzt stellen kann, damit für den jeweiligen Einzelfall die richtige Behandlungsentscheidung getroffen werden kann. Zum anderen beinhaltet sie als Gedankenstütze Fragen, die Patientinnen ihrem Arzt stellen können, damit sie die vorhandenen Symptome besser verstehen. Auf der Homepage stehen außerdem Informationen zum alltäglichen Umgang mit Belastungsinkontinenz inklusive Tipps für weitere Beckenboden schonende Sportarten bereit.