Belastungsinkontinenz kann Stimmung zusätzlich verschlechtern

Bad Homburg,  7. November 2011 - 

Es regnet seit Stunden, der Wind scheint sich gar nicht mehr zu beruhigen und richtig hell war es schon einige Tage nicht mehr – der Herbst ist da. Einer aktuellen repräsentativen Umfrage zufolge schlägt sich diese Jahreszeit bei 62 Prozent der Deutschen hin und wieder auf die Stimmung nieder (Quelle: YouGov*). Frauen bestätigten dies sogar noch häufiger als Männer. „Eine leichte saisonale Verstimmung betrifft viele Menschen“, weiß Dr. Eva-Maria Hußlein, Gynäkologin und Psychotherapeutin aus München. „Wer dann noch eine chronische Krankheit hat, die – wie zum Beispiel Belastungsinkontinenz – mit einem gewissen Schamgefühl behaftet ist, nimmt trübes Wetter und die zunehmende Dunkelheit oft noch intensiver wahr. Denn die unangenehmen Gefühle, die mit der Erkrankung verbunden sind, wirken oft ohnehin schon belastend. Diese Menschen igeln sich dann häufig regelrecht ein.“ Dabei sind es gerade Kontakte zu anderen, die helfen können, Stimmungstiefs zu überwinden, weil dadurch Wertschätzung und Selbstvertrauen vermittelt werden. Beides, so die Ärztin, sei zusätzlich zu medizinischer Unterstützung und Behandlung wichtig, damit eine Krankheit wie Belastungsinkontinenz bewältigt werden kann.

Dass sich viele Menschen matt und niedergeschlagen fühlen, wenn die Tage kürzer werden, kann verschiedene Ursachen haben: Zum einen kann das fehlende Licht zu Müdigkeit führen. „Zum anderen bewegen wir uns einfach weniger an der frischen Luft, sobald es draußen kälter und dunkler wird“, ergänzt Dr. Hußlein. „Bewegung ist aber ganz entscheidend für unser Wohlbefinden. Schon ein halbstündiger Spaziergang, zum Beispiel in der Mittagspause, kann dazu beitragen, dass sich die Stimmung aufhellt. Und natürlich ist regelmäßige Bewegung auch wichtig für das Körpergefühl.“

Aktiv werden bei Beschwerden – auch bei Belastungsinkontinenz

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen kann ein gutes körperliches und seelisches Befinden eine besonders hohe Bedeutung haben. Frauen, die beispielsweise unter einer Belastungsinkontinenz leiden und zum Teil schon bei geringer körperlicher Belastung ungewollt Urin verlieren, ziehen sich häufig zurück. „Gerade im Herbst und Winter, wenn mehrere Kleidungsschichten den schnellen Gang zur Toilette noch erschweren, trauen sich Betroffene manchmal gar nicht mehr aus dem Haus“, weiß Dr. Hußlein. Dabei verdeutlich meist schon der erste Besuch beim Arzt, dass eine Linderung der Symptome in vielen Fällen möglich ist. Helfen können zum Beispiel regelmäßige Übungen für die Beckenbodenmuskulatur, die im Rahmen einer Physiotherapie erlernt und dann zu Hause fortgeführt werden. Auch moderne Medikamente können das Auftreten der Belastungsinkontinenz reduzieren.

Das Gespräch beim Arzt kann genutzt werden, saisonale Verstimmungen zu thematisieren. Dr. Hußlein: „Wenn ich bei Patientinnen merke, dass ihre Stimmung getrübt ist, frage ich ganz gezielt nach. Das sollten auch Angehörige und Freunde tun, denn fast immer empfinden die Frauen es als erleichternd, wenn sie einfach nur gefragt werden, wie es ihnen geht.“ Grundsätzlich sollten Betroffene aber stets selbst entscheiden, wann und ob sie bereit sind, über ihre körperliche oder seelische Belastung zu sprechen. Dass Freunde und Familie zuhören und Unterstützung anbieten, lässt sich oft schon über kleine Gesten kommunizieren. „Man kann zum Beispiel einer berufstätigen Mutter anbieten, für ein oder zwei Stunden auf die Kinder aufzupassen, damit sie wieder einmal Zeit nur für sich hat“, erklärt Dr. Hußlein. „Älteren, vielleicht alleinstehenden, Frauen bedeutet es oft schon viel, wenn man sie zu einem gemeinsamen Spaziergang einlädt.“

Unterstützung im Internet: www.Kompetenz-In-Kontinenz.de

Wie man bei solchen Gelegenheiten vertrauten Personen oder auch einem Arzt gegenüber die Symptome einer Belastungsinkontinenz ansprechen kann, erfahren interessierte Frauen unter anderem auf der Homepage www.Kompetenz-In-Kontinenz.de. Über die Arztsuche, die ebenfalls dort zu finden ist, finden sich bei Bedarf auch Spezialisten ganz in der Nähe, die bei der Bewältigung der Krankheit helfen können. Und die Wohlfühl- und Freizeittipps auf der Seite lassen selbst graue Herbsttage gemütlich werden.

*  Die Umfragedaten wurden vom Marktforschungsinstitut YouGov erhoben. Die Stichprobengröße ist 1059. Die Umfrage wurde vom 23.09.2011 bis zum 26.09.2011 durchgeführt. Die Daten wurden mittels Online-Befragung erhoben. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren.