
Der Therapieerfolg hängt bei Diabetes nicht nur von der medikamentösen Therapie, sondern besonders vom Umgang des Patienten mit der Therapie im Alltag und seiner Compliance ab. Lilly Diabetes will Patienten hier unterstützen und arbeitet daher aktiv an der Verbesserung der Patientenversorgung mit. Dazu hat Lilly Diabetes innovative Kooperationsmodelle mit Krankenkassen entwickelt, die allen Beteiligten im Gesundheitssystem einen Mehrwert bieten.
Diabetes ist eine komplexe Krankheit, die aufgeklärte, wissende Patienten braucht. Nur wer die Zusammenhänge versteht, kann effektiv an der Therapie mitarbeiten und das bei Diabetes besonders wichtige „Selbstmanagement“ leisten. Deshalb unterstützt Lilly seit Jahren die Entwicklung und Durchführung moderner Schulungsprogramme für Menschen mit Diabetes. Jetzt will das Unternehmen sein Engagement verstärken und sich als aktiver Partner an einer verbesserten Patientenversorgung beteiligen. Konkret geht es um neue Versorgungskonzepte, die in Kooperation mit Krankenkassen gezielt Menschen mit Diabetes in ihrer Behandlung unterstützen. Die Angebote sollen dazu beitragen, die Compliance der Patienten zu fördern und die Therapieerfolge zu verbessern, damit die Risiken für die kostenintensiven Folge- und Begleiterkrankungen sinken.
Die Eigenverantwortung des Patienten fördern
Menschen mit Diabetes müssen im Alltag in der Lage sein, alle erforderlichen Behandlungsmaßnahmen eigenverantwortlich in ihrem persönlichen Umfeld umzusetzen. Dazu gehört nicht nur die zuverlässige Medikamenteneinnahme, sondern auch die gesunde Ernährung, die Gewichtskontrolle, Blutzuckerselbstmessung und schließlich die Insulininjektion. Faktoren wie ungenügendes Wissen über die Erkrankung, mangelnde Fertigkeiten, fehlende gefühlsmäßige Akzeptanz, Schwierigkeiten bei der Therapie und im Umgang mit Folgeerkrankungen sowie psychische Komorbiditäten können dem jedoch im Wege stehen1.
Damit diese Menschen besser mit ihrer Erkrankung klar kommen, brauchen sie neben dem Wissen über die Erkrankung auch verhaltensorientierte, moderne Schulungen, in denen Alltägliches miteinander trainiert wird, sowie regelmäßige Unterstützung bei der Umsetzung der Therapie im Alltag. Auf diese Weise können sie mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung gewinnen und bessere Blutzuckerwerte erreichen.
Hohe Diabetesrate bei Migranten
Eine bisher eher vernachlässigte Patientengruppe sind Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei weisen sie mit rund 15% eine besonders hohe Diabetesprävalenz im Vergleich zur deutschstämmigen Bevölkerung auf2. Auch wenn genaue Daten zur Gesundheitssituation von Migranten fehlen, so lassen einzelne Untersuchungen bereits erkennen, dass ihre Stoffwechseleinstellung hinsichtlich HbA1c –Wert und Blutdruck oftmals ungünstiger als bei deutschstämmigen Diabetespatienten ist und sie ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen haben2. Dies liegt u.a. daran, dass Migranten tendenziell weniger an diabetesspezifischen Präventions- und Schulungsmaßnahmen teilnehmen – z.B. aufgrund von Sprachproblemen oder Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben2,3. Spezielle Informationsangebote, die an die speziellen Bedürfnisse und kulturellen Besonderheiten von Migranten angepasst sind, gibt es bisher nur wenige3.
„Diabetes gemeinsam verstehen“ als Integrationsbeitrag
Zur Förderung des Wissenstands und der Therapietreue bei türkischstämmigen Menschen mit Diabetes bietet Lilly Diabetes Krankenkassen ein Schulungskonzept an, das auf den soziokulturellen Alltag türkischstämmiger Migranten zugeschnitten ist: Es handelt sich um eine Gruppenschulung, bei der eine Diabetesberaterin anhand diabetesbezogener Abbildungen auf speziellen Gesprächslandkarten die Schulung in türkischer Sprache abhält. Das patientenzentrierte Schulungsmodell ist visuell und interaktiv ausgerichtet. Gemeinsam folgen die Patienten den einzelnen Stationen des Lehrpfads und erfahren, welchen Einfluss Nahrungsaufnahme und körperliche Aktivität haben oder wie Insulin wirkt. Mithilfe der einprägsamen Grafiken und Beschreibungen auf Türkisch können die komplexen Sachverhalte aus den verschiedenen Themenbereichen leichter geschult und besser verstanden werden. Lesekompetenz ist nicht nötig, die Schulungshürde also niedrig. Gleichzeitig kann das Gespräch in der Gruppe Hemmungen abbauen und das Selbstvertrauen stärken.
Evaluationsergebnisse sprechen für „Diabetes gemeinsam verstehen“
Wie die Ergebnisse einer Evaluationsstudie der Pilotphase zeigen, ist das Schulungsmodell für diese Zielgruppe sehr effektiv4. So konnte der Schulungserfolg durch die an die Bedürfnisse türkischstämmiger Diabetespatienten angepasste Schulung sogar auf das Niveau deutschstämmiger Gruppen gehoben werden, obwohl der Bildungsstand und das anfängliche Diabetes-Wissen gegenüber der deutschen Kontrollgruppe geringer war.
Aufgrund dieser Lernerfolge wird das Projekt von Duisburg auf den Raum Essen, Mühlheim und Oberhausen ausgedehnt. Außerdem konnte Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, als Schirmherrin für „Diabetes gemeinsam verstehen“ gewonnen werden: „Das Gemeinschaftsprojekt der Firma Lilly Deutschland GmbH und der Novitas BKK Duisburg ist mit seiner visuell besonders ansprechenden und interaktiven Ausrichtung ein gelungener Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund und so ein weiterer Baustein zur interkulturellen Öffnung des Gesundheitswesens“, so die Ministerin.
Mehr Therapietreue durch Diabetes-Patientenprogramm
Als zweites großes Projekt hat Lilly ein Betreuungsprogramm für Patienten, die mit Insulin behandelt werden, initiiert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Insulinbehandlung möglichst von Anfang zuverlässig durchgeführt wird. Es ist ein zusätzliches Angebot, das das Praxisteam zeitlich entlasten kann: Die Patienten werden von speziell geschulten, erfahrenen Gesundheitsberatern über einen Zeitraum von 21 Wochen telefonisch beraten und erhalten im Anschluss an die Telefonate umfassende Informationen per Post. Die Themen reichen vom Umgang mit der Erkrankung im Alltag über Ernährung bis hin zu Lebensstil und Bewegung. Bei allen medizinischen Fragen bleibt natürlich der Arzt erster Ansprechpartner. Nach den ersten Eindrücken wird das Betreuungsangebot gern wahrgenommen und gibt den Patienten mehr Sicherheit im Umgang mit der Insulintherapie im Alltag. Durch die Beratung steigt zumeist die Motivation der Patienten zur aktiven Mitarbeit an der Behandlung, was zu einem besseren Therapieerfolg führen kann.
Es gibt nichts Gutes… … es sei denn, man tut es! So könnte die Motivation von Lilly Diabetes beschrieben werden. Der Therapieerfolg jedes einzelnen Menschen ist ein gemeinsamer Therapieerfolg für Arzt, Patient, Industrie und Kostenträger. Daher geht das Selbstverständnis von Lilly Diabetes über medikamentöse Lösungen hinaus. Aktiv will das Unternehmen an der langfristigen Verbesserung der Patientenversorgung mitarbeiten und die Politik unterstützen. Deshalb setzt Lilly vermehrt auf innovative Vertragsmodelle in Kooperationen mit Krankenkassen, die dem Patienten und dem Gesundheitssystem einen Mehrwert bieten.
Erste Schritte mit Kooperationspartnern sind gemacht. Jetzt gilt es, beide Projekte durch weitere Kooperationsverträge auf weitere Regionen Deutschlands auszuweiten. Darüber hinaus ist Lilly sehr daran interessiert, gemeinsam mit Krankenkassen an weiteren Angeboten für Menschen mit Diabetes zu arbeiten. Dafür sucht das Unternehmen nach interessierten Kooperationspartnern.
Literatur
1 Kulzer B. Die psychologische Dimension des Diabetes mellitus. In: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2010: 35-42
2 Icks A et al. Diabetes bei Migranten. In: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2010, DDU (Hrsg): 130-135
3 Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/redaktion/pressemitteilungen/diabetesundmigranten.php
4 Korolewa V et al. Kontrollierte, prospektive longitudinale, interventionelle, naturalistische Studie zur Evaluation der neuartigen Diabetesschulungen „Conversation Map“ für türkische Patienten mit Typ-2-Diabetes in Duisburg (Abstract P115). Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Berlin, 4.-6. Nov.2010
Impressum
Blickpunkt Medizin zur Zeitschrift Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement, 15.Jg, Heft 6, Dez.2010
Der Blickpunkt Medizin erscheint außerhalb des Verantwortungsbereichs der Herausgeber der Zeitschrift Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement.
Berichterstattung: Dr.rer.nat. Ellen Jahn, Bad Homburg
Redaktion: Dr.Isabelle Berndt, Stuttgart
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