
Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company (NYSE: LLY) haben heute eine weltweite Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Diabeteswirkstoffen, die sich zurzeit in den mittleren und späten Stadien der klinischen Entwicklung befinden, bekannt gegeben. Die Vereinbarung umfasst die beiden oralen Antidiabetika von Boehringer Ingelheim – Linagliptin und BI10773 –, die beiden Basal-Insulinanaloga von Lilly – LY2605541 und LY2963016 – sowie die Option zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Lillys monoklonalem TGF-beta-Antikörper.
Linagliptin ist ein Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitor (DPP-4-Inhibitor) aus der eigenen Forschung von Boehringer Ingelheim und wird als eine einmal täglich einzunehmende Tablette zur Behandlung des Typ 2 Diabetes entwickelt. Es wird zurzeit von den Behörden in den USA, in Europa und Japan für die Marktzulassung geprüft. Für den Wirkstoff BI10773 von Boehringer Ingelheim begann im letzten Jahr die Aufnahme der Patienten in klinische Phase-III-Studien. Dieser Wirkstoff hemmt den natriumabhängigen Glukosetransporter-2 (sodium-dependent glucose co-transporter-2, SGLT-2) und gehört zu einer neuartigen Klasse von Wirkstoffen, die die Glukoserückresorption in der Niere hemmen. Zurzeit sind keine SGLT-2-Inhibitoren für die Therapie zugelassen.
Die beiden experimentellen Basal-Insulinanaloga von Lilly sollen 2011 in die Phase III der klinischen Entwicklung eintreten. Diese beiden Kandidaten sind LY2605541, ein strukturell neuartiges Basal-Insulinanalogon, und LY2963016, ein Insulin glargin Produkt. Die Vereinbarung enthält auch eine Option für Boehringer Ingelheim, gemeinsam mit Lilly ein weiteres Diabetes-Molekül von Lilly zu entwickeln und zu vermarkten. Hierbei handelt es sich um einen monoklonalen TGF-beta-Antikörper, der sich zurzeit in der Phase II der klinischen Entwicklung für Patienten mit Diabetes und chronischen Nierenleiden befindet.
Durch diese Allianz lassen sich die wissenschaftliche Expertise und gemeinsamen Unternehmensressourcen von zwei führenden forschenden pharmazeutischen Unternehmen gezielt einsetzen, um die Bedürfnisse der Patienten zu adressieren, die sich aus der zunehmenden Ausbreitung des Diabetes Typ 2 weltweit ergeben.
„Wir sind über diese erneute und umfassende Allianz mit Boehringer Ingelheim hoch erfreut, da wir bereits in der Vergangenheit sehr erfolgreich kooperiert haben“, sagte Dr. John C. Lechleiter, Chief Executive Officer von Lilly. „Durch unsere Allianz entsteht eine der vielversprechendsten Diabetes-Pipelines in der pharmazeutischen Industrie. Diese Zusammenarbeit erweitert unsere Angebotspalette für Menschen mit Diabetes, stärkt und vergrößert unsere Ressourcen in der Diabetesversorgung und bietet die Aussicht auf neue Umsätze, womit Patentverluste bei mehreren unserer Produkte aufgefangen werden können.“
„Boehringer Ingelheim und Lilly haben sich für diese strategische Allianz im Diabetessektor zu einem Zeitpunkt entschieden, an dem wir bei Boehringer Ingelheim mit innovativen Wirkstoffen aus unserer eigenen Forschung und Entwicklung in ein weiteres neues Therapiegebiet vordringen. Diese Kooperation kombiniert Vorteile aus Lillys Expertise auf dem Diabetesmarkt und zwei experimentellen Basal-Insulinanaloga mit Boehringer Ingelheims umfangreicher und innovativer Pipeline mit Wirkstoffen in späten Entwicklungsstadien“, sagte Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim.
Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass Lilly eine erste Einmalzahlung in Höhe von 300 Mio. Euro an Boehringer Ingelheim leistet. Boehringer Ingelheim hat zusätzlich Anspruch auf Zahlungen in Höhe von insgesamt 625 Mio. Euro, wenn bestimmte zulassungsrelevante Meilensteine für Linagliptin und BI10773 erreicht werden. Lilly hat Anspruch auf Zahlungen in Höhe von insgesamt 650 Mio. US$, wenn bestimmte zulassungsrelevante Meilensteine für seine beiden Basalinsulin-Analoga erreicht werden. Sollte Boehringer Ingelheim entscheiden, sich an der Phase-III-Entwicklung und potenziellen Vermarktung des monoklonalen TGF-beta-Antikörpers zu beteiligen, hätte Lilly Anspruch auf Options- und Erfolgszahlungen in Höhe von bis zu 525 Mio. US$ beim Erreichen bestimmter zulassungsrelevanter Meilensteine. Die Unternehmen werden zu gleichen Teilen für laufende Entwicklungskosten aufkommen. Nach der erfolgreichen behördlichen Zulassung der Produkte aus dieser Allianz werden sich die Unternehmen auch die Produktvermarktungskosten und Bruttomargen paritätisch teilen. Jedes Unternehmen hat darüber hinaus Anspruch auf Anteile aus dem möglichen Ertrag mit den Molekülen, die sie zu der Zusammenarbeit beitragen.
Als ein Ergebnis dieser Transaktion erwartet Lilly 2011 eine Verringerung des Ertrags je Aktie (EPS-Dilution) im Bereich von 0,45-0,50 US$, einschließlich einer Gebühr von circa 0,27 US$ je Aktie in Bezug auf die Einmalzahlung. Gesetzt den Fall, dass Linagliptin erfolgreich auf dem Markt eingeführt wird, erwartet Lilly eine zunehmend deutlich niedrigere EPS-Dilution in den Jahren 2012 und 2013, keine Verringerung bis hin zu einem leichten Wertzuwachs für 2014 und einen signifikanteren Wertzuwachs (EPS-Accretion) ab 2015. Die finanziellen Auswirkungen dieser Transaktion im Jahr 2011 werden sich in Lillys Finanzprognose für das Jahr 2011 spiegeln, die im Rahmen der Bekanntgabe der Finanzergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2010 am 27. Januar 2011 veröffentlicht wird.
Telefonkonferenz und Webcast von Lilly
Investoren, Medien und die Öffentlichkeit können über den Link „Webcasts & Presentations“ auf der Website von Lilly
(www.lilly.com) auf einen Live-Webcast der Telefonkonferenz zugreifen. Dieser Webcast der Telekonferenz steht bis zum 11. Februar 2011 zur Verfügung.
Pressekonferenz und Webcast von Boehringer Ingelheim
Auf einen Live-Webcast der Pressekonferenz kann über folgenden Link zugegriffen werden: http://bit.ly/av-events.
Der Webcast der Pressekonferenz steht bis zum 18. Januar 2011 zur Verfügung.
