ADHS

Was ist ADHS?

Was ist ADHS - SchuleDie Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, eine neurologisch bedingte Erkrankung, die im Kindesalter zu Auffälligkeiten führt, sich aber auch in das Erwachsenenalter hinein fortsetzen kann. Das Leben der betroffenen Kinder und ihrer Familien wird meist nicht nur in bestimmten Situationen beeinflusst, sondern ADHS kann sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Sowohl Familie, Schule und das gesamte soziale Umfeld können daher betroffen sein.

Die Kernsymptome von ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Sie können von Kind zu Kind unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So steht bei einigen die Hyperaktivität im Vordergrund, während bei anderen die Unaufmerksamkeit überwiegt. Von letzterer Variante sind vorwiegend Mädchen betroffen. Auf Grund des eher verträumten Verhaltens wird bei ihnen oft erst später an eine behandlungsbedürftige Erkrankung gedacht.

Für Kinder, die von ADHS betroffen sind, stellt die Schule eine besondere Herausforderung dar. Viele sind außerdem situationsübergreifend stark in ihrer emotionalen Befindlichkeit beeinträchtigt: Sie erleben durch ihre Erkrankung eine ständiges Wechselbad der Gefühle, wodurch ihr Selbstwertgefühl, ihr Wohlbefinden und ihre soziale Integrationsfähigkeit leiden können.

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Beginn und Verlauf 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Beginn und Verlauf - 1Bereits im Kleinkindalter werden oft Symptome erkennbar, die über Monate anhalten und später in Lebensbereichen – wie Kindergarten, Schule, Freizeit, Arbeitsplatz – zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Beeinträchtigungen führen können. Bei manchen Betroffenen führt ADHS erst im Jugendalter zu relevanten Problemen.

Was sind Anzeichen von Unaufmerksamkeit bei Kindern und Jugendlichen?

  • ist häufig unaufmerksam gegenüber Details oder macht Sorgfältigkeitsfehler bei den Schularbeiten oder anderen Arbeiten/Tätigkeiten
  • kann die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spiel häufig nicht aufrechterhalten
  • führt Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten nicht zu Ende bringen
  • beschäftigt sich nur widerwillig mit Aufgaben, die eine länger andauernde geistige Anstrengung erfordern
  • verliert häufig Gegenstände, die er/sie für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt
  • scheint häufig nicht zu hören, wenn andere ihn/sie ansprechen
  • kann Aufgaben und Aktivitäten nicht organisieren und strukturieren
  • wird häufig durch äußere Reize leicht abgelenkt
  • ist häufig vergesslich bei täglichen Verrichtungen wie Hausarbeit, Besorgungen machen.

Wie äußert sich Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen?

  • zappelt mit Händen oder Füßen oder windet sich auf seinem/ihrem Sitz
  • verlässt seinen/ihren Platz während des Unterrichts oder in anderen Situationen, in denen erwartet wird, dass der Betroffene sitzen bleibt
  • läuft häufig herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen ist stattdessen ein unangenehmes Gefühl der inneren Unruhe vorhanden)
  • hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen
  • handelt oftmals als wäre er/sie getrieben
  • zeigt ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivität, das durch die soziale Umgebung oder durch Aufforderungen nicht durchgreifend beeinflussbar ist
  • redet übermäßig viel

Woran erkennt man vermehrte Impulsivität bei Kindern und Jugendlichen?

  • platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor Fragen zu Ende gestellt sind
  • kann häufig bei Spielen oder Gruppensituationen nicht warten, bie er/sie an der Reihe ist
  • unterbricht oder stört andere häufig (z.B. platzt in die Unterhaltung oder Spiele anderer)

Diese Symptome sind nicht bei jedem ADHS-Patienten gleichermaßen ausgeprägt. Die Erkrankung kann sich auf sehr unterschiedliche Art bemerkbar machen. Vor allem Mädchen sind häufig von der unaufmerksamen Präsentation betroffen. Die Unaufmerksamkeit macht sich aber nicht so deutlich bemerkbar wie die Hyperaktivität. Daher werden Mädchen oft nicht als ADHS-Patienten erkannt. Die Erkrankung hat bei manchen Patienten mit veränderter Symptomatik bis ins Erwachsenenalter Bestand. Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen können begleitend hinzukommen.

Welche emotionalen und sozialen Probleme können über die Kernsymptome hinaus auftreten?

Vor allem Kinder, aber auch Jugendliche, die in mehreren Lebensbereichen stark von ADHS betroffen sind, haben sich mal einigermaßen gut im Griff, mal weniger. Sie erleben dies häufig als ein Wechselbad der Gefühle, was ihr emotionales Befinden stark beeinträchtigt. Auf ihre Umwelt wirken sie aufgrund ihrer Impulsivität oft unberechenbar, was den Aufbau von Beziehungen zu Gleichaltrigen erschwert und auch das Verhältnis zu Familienmitgliedern schwer belasten kann. Mit Geschwistern oder anderen Kindern geraten sie häufig in Streit. Keiner will mit ihnen spielen. Die betroffenen Kinder spüren diese Ablehnung meist sehr deutlich und ziehen sich zurück. ADHS kann somit das Selbstwertgefühl der Kinder und ihre soziale Integration stark beeinträchtigen.

Bleiben die Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen?

Lange glaubte man, ADHS würde nur Kinder und Jugendliche betreffen und sie würden später von selbst der Symptomatik entwachsen. Bei einigen Betroffenen ist das auch so. Heute weiß man aber, dass ADHS auch bis ins Erwachsenenalter fortbestehen kann. Die Art der Verhaltensauffälligkeiten verändern sich mit der Entwickung und Reifung der Betroffenen. Beispielsweise sind Erwachsene äußerlich nicht mehr so impulsiv und zappelig - sie erleben eher eine innere Unruhe - , die zugrunde liegende Aufmerksamkeitsstörung bleibt aber häufig bestehen.

Wird ADHS nicht behandelt, können neben den Kernsymptomen auch die emotionalen und sozialen Probleme bestehen bleiben. Die Auswirkungen, die sich daraus ergeben, können mit zunehmendem Alter gravierender werden. Soziale Ausgrenzung und ein geringes Selbstwertgefühl stellen Risikofaktoren für ein Scheitern im Berufsleben, aber auch für den Konsum von Alkohol, Nikotin oder illegalen Drogen dar. Bei Jugendlichen mit unbehandelter ADHS ist letzteres überdurchschnittlich hoch. Gelingt es dagegen, durch eine frühzeitige Therapie die soziale Integration der Betroffenen zu verbessern, kann diese Gefahr verringert werden.

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Häufigkeit

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist die häufigste psychiatrische Erkrankung des Kindes- und Jugendalters. Aktuellen Prävalenzschätzungen zufolge sind in Deutschland ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren betroffen, wobei die Erkrankung bei Jungen etwa viermal häufiger diagnostiziert wird als bei Mädchen 8. Bei bis zu 60% der Betroffenen bleiben wesentliche Symptome der ADHS auch im Erwachsenenalter bestehen 9.

Vermutungen, die Erkrankung habe heute zugenommen und sei ein Zeichen unserer Zeit, sind nicht belegt. Der ADHS wird vielmehr eine größere Beachtung geschenkt. Einerseits ist das auf neuere Diagnostikmethoden zurückzuführen, die eine ADHS heute deutlicher von einer anderen Störung abgrenzen. Auf der anderen Seite hat es Veränderungen in den Lebensstrukturen und der Familienstruktur und Erziehung gegeben. In den Familien mit 1 oder 2 Kindern wird jedem einzelnen Kind ein größerer Stellenwert eingeräumt, als dies noch in den kinderreichen früheren Großfamilien möglicherweise der Fall war. Es werden aber auch größere Anforderungen an die Kinder gestellt. Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörung sind in besonderem Maße durch Stress und Stimulation erregbar und störbar. Es wird vermutet, dass aufgrund der Zunahme an Stress und Hektik sowie gestiegenen Anforderungen in den letzten Jahrzehnten - nicht zuletzt an schulische und akademische Leistungen - die Symptome der Erkrankung möglicherweise störender hervortreten, zu größeren Beeinträchtigungen führen und dadurch häufiger diagnostiziert werden.

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Der Weg zur Diagnose

Eltern, die vermuten, ihr Kind könnte eine Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung haben, sollten sich an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen oder ein sozialpädiatrisches Zentrum wenden. Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen können zusätzliche Hilfestellung geben. Für Erwachsene sind Psychiater, Nervenärzte oder Spezialsprechstunden an Kliniken erste Anlaufstellen.

Der Weg zur exakten Diagnose der ADHS kann zeitaufwändig und schwierig sein, da die Leitsymptome Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität und Impulsivität bei jedem ADHS-Patienten unterschiedlich ausgeprägt sind. Wie bei jeder anderen psychischen Erkrankung gibt es z.B. keine Blutwerte oder Röntgenbilder, die die Diagnose beweisen könnten. Um die Diagnose stellen zu können, müssen nach den geltenden Kriterien die Leitsymptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten beobachtet worden sein, eine eindeutige Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen hervorrufen und bereits in der Kindheit zu Auffälligkeiten geführt haben. Die Symptome und ihre Ausprägung werden oft auch  mit Hilfe von Fragebögen erfasst10.

Außerdem ist es sehr wichtig, dass Schilderungen der Familiengeschichte, Beschreibungen der Entwicklung des Kindes sowie Fremdbeschreibungen von Kindergarten und Schule in die Gesamtbeurteilung des Kindes oder Jugendlichen mit einbezogen werden. Bei Bedarf erfolgen neurologische und psychometrische Untersuchungen, wie computergestützte Aufmerksamkeitstests und psychologische Tests (Intelligenz- und Persönlichkeitstests)11, 12. In manchen Fällen ist es auch erforderlich, mit weiteren Untersuchungen andere Ursachen oder Krankheiten auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen könnten. Die Diagnosestellung orientiert sich an den internationalen Klassifikationssystemen psychiatrischer Störungen - DSM-5 bzw. ICD-10.

Die Symptome der ADHS sind für sich alleine nicht sehr spezifisch, sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Berücksichtigt werden sollten unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Lungenerkrankungen, andere hirnorganische Erkrankungen wie z.B. Epilepsie, Kopfverletzungen, Durchblutungsstörungen, Multiple Sklerose und Teilleistungsstörungen wie die Legasthenie. Um organische Störungen auszuschließen, können zum Beispiel eine neurologische Untersuchung, Blutuntersuchungen, EEG und bildgebende Untersuchungen (z.B. Kernspintomographie) des Kopfes durchgeführt werden.

Abgegrenzt werden müssen auch andere psychische Störungen, wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Borderline oder antisoziale Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Zur Differenzialdiagnose gehören daher auch Fragen nach den Familienverhältnissen, nach z.B. Konflikten, Trennung, Misshandlung, schwerer Erkrankung der Eltern aber auch nach dem weiteren sozialen Umfeld.

Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung ist wichtig. Eine auf der Diagnose aufbauende, gezielte Therapie kann dazu führen, dass bestehende Entwicklungsdefizite über einen längeren Zeitraum hin ausgeglichen werden und die angespannte familiäre Situation sich verbessert.

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Ursachen

Ursache der neurobiologisch bedingten ADHS ist eine verzögerte Hirnreifung mit einer Fehlregulierung wichtiger Botenstoffe im Gehirn, der so genannten Neurotransmitter, vor allem Dopamin und Noradrenalin. Noradrenalin ist relevant in der Steuerung der Aufmerksamkeit und Dopamin bei der Steuerung von Antrieb und Motivation. Wird das Vorhandensein eines oder beider Botenstoffe nicht optimal vom Gehirn reguliert, kann das zur Folge haben, dass die Konzentration auf eine Sache oder Tätigkeit gestört ist. Zudem kann das Gehirn von Kindern mit ADHS unwichtige innere und äußere Reize schlechter unterdrücken. So entsteht eine Reizüberflutung. Die betroffenen Kinder können sich nicht über eine längere Zeit mit einem Thema beschäftigen, sind leicht abzulenken, reagieren oft impulsiv und handeln ohne nachzudenken.

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Signalübertragung

Es wird angenommen, dass bei der Erkrankung ADHS Botenstoffe an bestimmten Stellen im Gehirn nicht optimal reguliert werden. Dies sind die sogenannten Neurotransmitter, die zur Familie der Katecholamine gehören. Neurotransmitter leiten Informationen (Reize) von einer Nervenzelle zur nächsten weiter. Ein bei ADHS beteiligtes Hirnareal ist das Frontalhirn. Die Störung im Frontalhirn geht auf einen Mangel oder eine verminderte Wirkung der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin zurück. Noradrenalin sorgt für Aufmerksamkeit, Dopamin steuert Antrieb und Motivation. Bei einem Mangel der beiden Botenstoffe ist die Konzentration auf eine Sache oder Tätigkeit gestört. Zudem kann das Gehirn von ADHS-Patienten unwichtige innere und äußere Reize und Impulse schlecht hemmen und filtern. So kommt es schnell zur Reizüberflutung, die sich in den typischen Symptomen leichte Ablenkbarkeit und Hyperaktivität äußert (13, 14).


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Hinweis: Die Animation ist mit einer begleitenden Tonspur hinterlegt.

Zusätzlich wird ein Einfluss des Neurotransmitters Serotonin diskutiert, der an der Steuerung von Impulsivität und Angemessenheit des Verhaltens ebenfalls beteiligt ist. Aufgrund einer gestörten Reizweiterleitung im serotonergen System kommt es bei den Betroffenen möglicherweise zu einer erhöhten Impulsivität, zur niedrigen Frustrationstoleranz und Problemen der Verhaltensanpassung (13, 14).

Auf die verminderte Aktivität im Frontalhirn deuten auch Veränderungen im Glucose-Stoffwechsel hin. Wissenschaftler haben festgestellt, dass in dieser Region weniger Glucose umgesetzt und somit weniger Energie bereitgestellt wird als bei gesunden Vergleichspersonen. In bestimmten Hirnarealen konnte zudem eine Minderdurchblutung gezeigt werden 15.

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Therapie

Wurde die Diagnose „ADHS“ gestellt, sollte bei entsprechender Schwere der Ausprägung und entsprechend dem klinischen Bild mit einer Therapie begonnen werden. Für die Behandlung von ADHS stehen unterschiedliche Maßnahmen wie Beratung und Aufklärung (Psychoedukation), Psychotherapie, Ergotherapie sowie Medikamente zur Verfügung, die wie Bausteine miteinander kombiniert werden können. Es wird deshalb von einem multimodalen (v. Lat. multi = viel; modus = Art), also einem aus mehreren Behandlungsarten bestehenden Therapieansatz gesprochen.

Von ADHS betroffene Kinder oder Jugendliche können situativ oder situationsübergreifend beeinträchtigt sein. Bei situativ beeinträchtigten Kindern oder Jugendlichen sind nur bestimmte Lebensbereiche, z. B. die Schule betroffen. Es gibt aber eine ganze Reihe von Kindern, bei denen die Symptome nicht ausschließlich in bestimmten Situationen wie der Schule zu Tage treten. Besonders die situationsübergreifend betroffenen Kinder oder Jugendlichen erleben Konsequenzen über die ADHS-Kernsymptomatik hinaus und weisen oftmals auch eine gestörte emotionale Befindlichkeit auf. Dies kann sich z. B. durch emotionale und soziale Probleme wie ein geringes Selbstwertgefühl, Beziehungskonflikte, emotionale Labilität, beeinträchtigte Beziehungen zu Gleichaltrigen oder Ausgrenzung zeigen.

Die Zusammenstellung der einzelnen Behandlungsbausteine sollte deshalb immer auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen von ADHS betroffenen Kindes oder Jugendlichen abgestimmt sein.

Welche Maßnahmen im Einzelfall besonders geeignet sind und den vermutlich besten Behandlungserfolg bringen können, sollten Sie mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte wird ein multimodaler Therapieansatz zur Behandlung von ADHS empfohlen16, 17.

Beratung und Aufklärung: Grundlage jeder ADHS-Therapie ist eine umfassende Beratung und Aufklärung - eine Strategie, die auch Psychoedukation genannt wird. Die Beteiligten (Betroffene, Eltern und ggf. auch Lehrer oder Vorgesetzte) werden dabei unterstützt, die Störung besser zu verstehen und den Alltag mit dem Betroffenen besser zu strukturieren und entspannter zu gestalten.

Verhaltenstherapie: In der Verhaltenstherapie lernen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsene mit ADHS ihr Verhalten besser zu kontrollieren und bisherige Muster wie das Unterbrechen und Stören von anderen abzubauen.

Medikamentöse Behandlung: Nicht alle Menschen, die von ADHS betroffen sind, benötigen Medikamente. Dennoch sind sie ein weiterer wichtiger Bestandteil der multimodalen Therapie. Oft schafft eine medikamentöse Behandlung überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass psychotherapeutische Maßnahmen erfolgreich angewendet werden können 18. Es gibt Medikamente, die im Rahmen einer multimodalen Behandlung auf die Kernsymptome wirken. Über die Kernsymptome hinaus können sich auch die mentale Gesundheit, das soziale Verhalten und die emotionale Ausgeglichenheit der Betroffenen verbessern. Dies kann sowohl auf der Leistungsebene als auch auf der emotionalen Ebene für die normale Entwicklung ausschlaggebend sein.

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Referenzen

  1. Barkley RA. Major life activity and health outcomes associated with attention-deficit/hyperactivity disorder. J Clin Psychiatry 2002; 63 (suppl 12):10-15.
  2. Biederman J et al. Psychoactive substance use disorder in adults with ADHD: Effects on ADHD and psychiatric comorbitity. Am J Psychiatry 1995; 152(11):1652-1658.
  3. Molina BSG, Pelham WE. Childhood predictors of adolescent substance use in a longitudinal study of children with ADHD. J Abnorm Psychol 2003; 112(3):497-507.
  4. Neuhaus, Cordula: Das hyperaktive Kind und seine Probleme, Urania-Ravensburger Verlag, 1999, 5. Auflage
  5. Ryffel M. Die Aufmerksamkeitsstörung, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1996
  6. Skrodzki K. Das Hyperkinetische Syndrom, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim,1996
  7. Slomkowski et al. Is self-esteem an important outcome in hyperactive children?. J Abnormal Child Psychiatry 23: 303–315; 1995.
  8. Schlack R et al., Bundesgesundheitsblatt, 2007, 50:827-835.
  9. Wender PH et al. Adults with ADHD. Ann NY Acad Sci 2001; 932:1-16
  10. Blanz, B.: Hyperkinetische Störung, ADHD, Hyperaktivität. Kinderärztliche Praxis 72 (2001) Sonderheft 5-8
  11. Neuhaus, Cordula: Das hyperaktive Kind und seine Probleme, Urania-Ravensburger Verlag, 1999, 5. Auflage
  12. Skrodzki, Dr. Klaus: Das Hyperkinetische Syndrom, Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/ Hyperaktivität e.V., Postfach 60, 91291 Forchheim, 1996
  13. Krause, K. H.; S. Dresel; J. Krause: Neurobiologie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Psycho 2000; 26: 199-208
  14. Rossi, Piero; Winkler, Martin: ADD-Online: ADHS - Fragen und Antworten
  15. Bush et al. Bio Psychiatry 1999; 45:1542-1552
  16. Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie u.a. (Hrsg.). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007; online publiziert unter
    www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-019.htm (besucht am 05.08.2015)
  17. Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. . ADHS bei Kindern und Jugendlichen (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung). Aktualisierte Fassung Januar 2007; online publiziert unter
    http://www.ag-adhs.de/informationen/leitlinie.html (besucht am 05.08.2015).
  18. Jensen P et al. Findings from the NIMH Multimodal Treatment Study of ADHD (MTA): Implications and Applications for Primary Care Providers, JDBP Vol. 22, No. 1, February 2001.

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