Erektionsstörungen

Definition

Eine Erektionsstörung ist die Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erzielen und zu erhalten. Diese äußert sich dadurch, dass der Betroffene keine ausreichende Steifheit des Penis zur Durchführung eines Geschlechtsverkehrs erreicht und/oder die Erektion nicht lange genug aufrecht erhalten kann, um eine befriedigende Sexualität zu erleben. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dafür oft der ungenaue und negativ besetzte Begriff "Impotenz" verwendet. Medizinisch korrekt ist hingegen der Begriff "Erektile Dysfunktion" (ED). Eine solche liegt dann vor, wenn die Erektionsstörungen wiederholt und häufig auftreten.

Wie funktioniert eine Erektion?

Im Gehirn werden durch Sinnesreize (z.B. Sehen, Hören, Riechen, Berühren oder Fantasien) bestimmte Botenstoffe aktiviert. Diese geben dem Penis das Signal „sexuelle Stimulation“ und bewirken das Entstehen einer Erektion:

  1. Ein bestimmter Botenstoff im Penis (cGMP) verursacht eine Entspannung der glatten Muskulatur der Schwellkörper und eine Erweiterung der zuführenden Blutgefäße im Penis.
  2. In die Blutgefäße des Penis strömt vermehrt Blut ein. Zugleich werden die blutabführenden Venen zusammengedrückt, so dass weniger Blut abfließen kann.
  3. Durch die erhöhte Blutmenge in den Gefäßen und im Schwellkörper wird der Penis steif.

Fazit: Eine Erektion kann nur entstehen und erhalten bleiben, wenn der Botenstoff cGMP in ausreichender Konzentration im Penis vorhanden ist. Bei einem Mangel an cGMP helfen bestimmte Medikamente zur Einnahme, die mit gutem Erfolg gegen Erektionsstörungen eingesetzt werden.

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Auftreten

Häufiger als man(n) denkt

Erektionsstörungen sind häufig eine große Belastung für Paare, die sich eine erfüllte Sexualtität wünschen. Laut aktuellen Erhebungen ist jeder zweite Mann zwischen 40 und 70 Jahren von Erektionsstörungen betroffen! Heute kann den meisten Männern geholfen werden. Also kein Grund, sie einfach schweigend hinzunehmen. Ihr Arzt kennt die Möglichkeiten, und Sie werden erleichtert sein, wenn es auch für Sie und Ihre Partnerin eine wirksame Lösung gibt.

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Ursachen

Erektile Dysfunktion (ED) wird durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt. Psychische Gründe spielen bei Erektionsstörungen eine geringere Rolle als in der Vergangenheit angenommen: Nur bei etwa jedem Fünften sind sie die alleinige Ursache des Problems.

Bei den meisten Betroffenen (80%) sind organische Störungen (z.B. Gefäßverkalkung, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Operationen, Medikamente) Auslöser für die Erektionsstörung. Oft sind seelische und körperliche Ursachen auch miteinander verbunden.

Körperliche Faktoren


  • Alter
    Mit zunehmendem Alter treten häufiger Erektionsstörungen auf. Dabei können Veränderungen im Gewebe der Schwellkörper, eine verminderte Durchblutung und eine geringere Reizempfindlichkeit des Schwellkörpergewebes eine Rolle spielen. Dennoch müssen Erektionsstörungen nicht als Folge des Alters hingenommen werden. Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Nähe und Sexualität bleibt auch im Alter erhalten und kann - wenn nötig mit medikamentöser Hilfe - erlebbar bleiben.
  • Veränderungen der Blutgefäße
    Eine Ursache für Erektionsstörungen können sogenannte arteriosklerotische Veränderungen sein – Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße, die zu Verengungen mit mangelhafter Durchblutung führen. Dies passiert an verschiedenen Stellen im Körper und macht sich jeweils mit unterschiedlichen Erkrankungen bemerkbar. Wenn sich z.B. die Gefäße am Herzen verändern, ist der Herzinfarkt eine mögliche Folge. "Verkalken“ sich die Gefäße im Penis, kann er sich nicht mehr optimal mit Blut füllen und erigieren.
    Risikofaktoren für die Entstehung solcher Gefäßveränderungen sind neben Fettstoffwechsel-Störungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Rauchen.
    Machen Sie sich bewusst, dass eine Erektionsstörung als mögliches "Frühwarnsystem“ für andere Erkrankungen gelten kann und der Arzt deshalb eine umfassende Untersuchung anstellen sollte.
  • Stoffwechselstörungen
    Ungefähr 35 bis 75 Prozent der Männer mit Diabetes mellitus leiden an Erektionsstörungen. Etwa die Hälfte entwickelt die ED innerhalb der ersten zehn Jahre der Erkrankung. Bei rund 12 Prozent der Betroffenen ist die Erektionsstörung das erste Anzeichen für eine Zuckerkrankheit.
    Auch Patienten mit einer chronischen Nieren- oder Leberfunktionsstörung entwickeln als Folge oft Erektionsstörungen. Außerdem erhöhen chronisch erhöhte Blutfettwerte und die Alkoholkrankheit das Erkrankungsrisiko erheblich.
  • Operationen
    Erektionsstörungen können nach Operationen auftreten, wenn dabei die Nervenbahnen und/oder die Blutversorgung des Penis in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann bei Prostata-, Blasen- oder Enddarmkrebs der Fall sein. Aber auch Eingriffe an Blutgefäßen (z.B. der Bauchschlagader und/oder im Becken) sind häufig mit nachfolgenden Erektionsstörungen verbunden.
  • Nervenkrankheiten
    Nervenbedingte Ursachen spielen bei ED eher eine untergeordnete Rolle. Prinzipiell können jedoch alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems wie Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen oder Nervenschädigungen aufgrund von Diabetes oder Alkohol zu Erektionsstörungen führen.
  • Medikamente
    Eine Vielzahl von Medikamenten kann Ursache für Erektionsstörungen sein: Betablocker, Beruhigungsmittel oder Mittel gegen epileptische Erkrankungen gehören dazu. Sprechen Sie die Erektionsstörung als mögliche Nebenwirkung bei Ihrem Arzt an. Er kann entscheiden, ob eventuell ein anderes Medikament in Frage kommt.
  • Hormonstörungen
    Hormonstörungen als Ursache für Erektionsstörungen sind vergleichsweise selten. Erstes Anzeichen für eine Hormonstörung (z.B. durch fehlendes männliches Sexualhormon) ist die mangelnde Lust auf Sex (Libidoverlust).

Psychosoziale Gründe

Erektionsstörungen sind seltener als bisher angenommen rein psychisch bedingt. Nur bei etwa 20 Prozent der Fälle sind psychische Faktoren wie Partnerschaftsprobleme, depressive Erkrankungen, Leistungsdruck, zu hohe Erwartungshaltung oder Versagensängste, Stress und Unerfahrenheit als Ursache zu sehen.

Viel häufiger ist eine Kombination aus organischen und seelischen Ursachen Grund für das Auftreten von Erektionsstörungen.

Lebensstil

  • Alkohol
    Übermäßiger Alkoholgenuss reduziert die Fähigkeit zur Erektion. Auf lange Sicht kann starkes und häufiges Trinken die Nerven dauerhaft schädigen und zu Leberschäden und hormonellem Ungleichgewicht führen.
  • Rauchen
    Rauchen trägt zur Gefäßverkalkung bei, ist also ein Risikofaktor für Arteriosklerose. Studien zufolge haben rauchende Männer ein größeres Risiko, an Erektionsstörungen zu erkranken.

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Diagnose

Was Ihnen jetzt weiterhilft

Diagnose

Sex ist für die meisten Menschen ein sensibles Thema. Auch innerhalb der Partnerschaft fällt es oft schwer, über sexuelle Probleme zu reden - aus Scham, falscher Rücksichtnahme oder einfach aus Unsicherheit in Bezug auf sexuelle Themen.

Lassen Sie sich nicht von diesen unbegründeten Ängsten hemmen! Gerade in schwierigen Situationen ist es für eine Partnerschaft sehr wichtig, über die Probleme zu reden und Lösungen zu finden.

Die meisten Betroffenen sind sich einig: Bei Erektionsstörungen kann nichts das offene und vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Wer sich an einen Arzt wendet - auch gemeinsam mit dem Partner - wird einen kompetenten Ansprechpartner in allen Fragen rund um Erektionsstörungen finden.

Nach einem ausführlichen Gespräch wird Ihr Arzt durch eine körperliche Untersuchung und Labortests die Ursachen für Ihre Probleme herausfinden und Ihnen entsprechend weiterhelfen.

Das passiert beim Arzt

Beim Gespräch mit dem Arzt sollten Sie alle Probleme genau schildern. Nur so kann er die Ursachen Ihrer Erektionsstörungen ermitteln und dann die geeigneten diagnostischen Verfahren gezielt einsetzen. Der Arzt wird Ihnen ausführliche Fragen zur Erektion, zum Samenerguss und zum sexuellen Verlangen (Libido) stellen. Daneben fragt er sicher auch nach Risikofaktoren wie z.B. Rauchen. Zusätzlich werden Fragen zur Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen und früheren Operationen geklärt. Auch einige Fragen zur Partnerschaft bzw. Partnerschaftsproblemen können gestellt werden.

Körperliche Untersuchung

Nach dem Gespräch folgt eine eingehende körperliche Untersuchung, die üblicherweise auch die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane umfasst.

Laboruntersuchung

Mit einer Blutuntersuchung überprüft der Arzt den Hormonhaushalt, die Funktion der Schilddrüse sowie die Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) und den Blutzucker.

Mögliche weitere Untersuchungen

  • Schwellkörperinjektionstest
  • Ultraschalluntersuchung
  • Neurologische und neurophysiologische Untersuchungen

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Therapie

Behandlung der Erektionsstörungen

Sobald der behandelnde Arzt die Ursachen für eine Erektionsstörung festgestellt hat, kann die Therapie beginnen.

Unabhängig davon, auf welchen Ursachen Ihre Erektionsstörungen beruhen - Ihr Arzt wird Ihnen eine Therapie empfehlen, die Ihren Bedürfnissen entspricht. Um Erektionsstörungen zu behandeln stehen individuell angepasste Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, unter anderem psychotherapeutische Verfahren, Tabletten, Injektionen und Implantate.

Vertrauen Sie Ihrem Arzt - er wird eine für Sie geeignete Behandlungsform auswählen. Und denken Sie daran: Die meisten Therapieformen fordern auch die Eigeninitiative der Betroffenen. Details zu den bekanntesten Methoden erfahren Sie hier.

Selbsthilfe - Was können Sie selbst für sich tun?

Um die Ursachen von Erektionsstörungen zu beheben, ist auch Eigeninitiative gefragt. Dazu gehört manchmal eine Umstellung von Lebensgewohnheiten. Durch Ihr eigenes Verhalten können Sie die ärztliche Behandlung unterstützen und grundsätzlich zu einer Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes beitragen.

Leicht & Lecker!
Leichte und vor allem cholesterinarme Ernährung kann die Blutfettwerte senken und so Blutdruck- und Herzerkrankungen vorbeugen. Genießen Sie doch z.B. mal wieder die leichte, mediterrane Küche bei einem romantischen Abend zu zweit bei Ihrem Lieblingsitaliener!

Endlich Nichtraucher!
Wenn Sie Raucher sind, nehmen Sie mögliche Erektionsstörungen als guten Anlass, mit dem Rauchen aufzuhören. Hilfestellung dabei finden Sie in Selbsthilfegruppen, die ihre Sucht gemeinsam bekämpfen, in zahlreichen Büchern, die schon vielen Ex-Rauchern geholfen haben, und natürlich bei Ihrem Arzt. Er kann Ihnen bei Ihrem guten Vorhaben mit Tipps und Erleichterungen (z.B. Nikotinpflaster) zur Seite stehen.

Prosit mit Vorsicht!
Genießen Sie Alkohol nur in kleinen Mengen: Der übermäßige Genuss von Alkohol reduziert die Fähigkeit zur Erektion. Auf lange Sicht kann starkes und häufiges Trinken die Nerven dauerhaft schädigen und zu Leberschäden und hormonellem Ungleichgewicht führen. Auch in Bezug auf Fragen zum Alkoholkonsum wird Ihnen Ihr Arzt als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Schalten Sie ab!
Gerade bei jüngeren Männern ist häufig beruflicher (und auch privater) Stress Auslöser für die Erektionsstörungen. Versuchen Sie sich zu entspannen, z.B. mit Meditation oder autogenem Training. Aber auch sportliche Betätigung oder einfach mal Musik hören - gemeinsam mit dem Partner - läßt oft den Alltagstress vergessen.

Reden ist Gold!
Häufig verstärken sich die Erektionsprobleme dadurch, dass das Thema zum Tabu wird und Unausgesprochenes die Partnerschaft belastet. Reden Sie mit ihrem Partner über Ihre Erektionsstörung; häufig leidet auch sie still unter dem Problem ("Findet er mich nicht mehr anziehend?", "Geht er fremd?"). Ein offenes Gespräch entspannt die Situation, baut mögliche Ängste und Stress ab und einer gemeinsamen Lösungsuche steht nichts mehr im Wege.

Psychologisch - Die Seele mitbehandeln

Wenn der Arzt bei seinen Untersuchungen feststellt, dass körperliche oder seelische Gründe an der Erektionsstörung beteiligt sind, wird er entsprechende Maßnahmen vorschlagen.

Die seelischen Ursachen für Erektile Dysfunktion können - genauso wie auch die körperlichen - von Fachleuten behandelt werden: Psychotherapeuten, Sexual- oder Paartherapeuten bieten den Betroffenen wichtige Hilfe bei der Lösung des Problems an.

Da die Partner meist ebenfalls unter der Situation leiden und in der Regel eine wichtige Rolle für den Erfolg einer möglichen Therapie spielen, kann ihre Einbindung in die Therapie sehr wichtig sein.

Tabletten - Medikamente zum Einnehmen

Bei der medikamentösen Behandlung der Erektionsstörungen gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach Ihren individuellen Bedürfnissen. Im gemeinsamen Gespräch mit dem Arzt und Ihrer Partnerin  können Sie entscheiden, welche am besten zu Ihnen und Ihrer Partnerschaft passt.

Sie können dabei zwischen Bedarfstherapien und Konstanztherapien wählen.

Bedarfstherapien unterscheiden sich in der Wirkdauer von einander. Dieser Zeitraum, in dem Paare sexuell aktiv sein können, reicht von wenigen Stunden bis zu 36 Stunden. Je länger die Wirkdauer desto länger haben Paare Zeit, den richtigen Moment für Ihr Liebesleben zu finden. Bedarfstherapien sollten je nach Medikament zwischen 15 Minuten und 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Konstanztherapien werden täglich angewendet und eignen sich für Paare, die zeitlich losgelöst von der Medikamenten-Einnahme ihr Liebesleben spontan und flexibel genießen möchten. Damit ist ein entspanntes Liebesleben ohne Zeitdruck möglich.

Ihr Arzt kennt die Möglichkeiten und Sie werden erleichtert sein, wenn es auch für Sie und Ihre Partnerin eine passende Lösung gibt.

SKAT - Therapie mit der Spritze

Die SchwellKörperAutoInjektionsTherapie (SKAT) gehört für die meisten Betroffenen seit der Einführung moderner anderer Medikamente in Tablettenform nicht mehr zur primären Standard-Therapie. Für einige Patienten ist sie jedoch immer noch eine wichtige Therapiemöglichkeit, z.B. weil der Tabletten-Wirkstoff nicht angewendet werden darf oder nicht wirkt. Insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus oder nach radikalen Prostata-Operationen kann dies der Fall sein. Auch bei der Diagnostik durch den Arzt spielt die (Test-)Injektion eine wichtige Rolle.

Dabei wird mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung ein Medikament in den Penis gespritzt. Diese Substanz verteilt sich im Schwellkörpergewebe und bewirkt dort durch Erschlaffung der glatten Muskulatur einen vermehrten Bluteinstrom und schließlich eine Erektion. Die Wirkung tritt 5 bis 10 Minuten nach der Spritze ein, vergeht relativ schnell und ist unabhängig von sexueller Stimulation.

MUSE

Das gleiche Medikament, das bei der Injektionsmethode SKAT in den Schwellkörper gespritzt wird, findet auch bei der MUSE (Medicated Urethral System for Erection, deutsch: transurethale Applikation) Anwendung.

Mittels eines speziellen Applikators wird der Wirkstoff als Zäpfchen in die Harnröhre (medizinisch: Urethra) eingebracht. Von dort gelangt es über gemeinsame Blutgefäße in den Schwellkörper. Die Muskelzellen entspannen sich und die Blutgefäße werden erweitert. Sofern der Patient auf diese Behandlungsform anspricht, tritt die Wirkung unabhängig von sexueller Stimulation nach ca. 10 bis 20 Minuten ein.

Erektionshilfen - Rein physikalisch zum Erfolg

Die Vakuum-Erektionshilfe ist ein Kunststoff-Zylinder, der über den Penis gestülpt und fest an die Peniswurzel gedrückt wird. Mit einer Pumpe wird dann ein Unterdruck erzeugt, durch dessen Sog sich die Schwellkörper mit Blut füllen. Das Glied wird steif. Um die Erektion zu erhalten, wird nach dem Pumpen ein Penisring vom Zylinder auf den Penis übergestreift, der an der Peniswurzel den vorzeitigen Blutabfluss aus den Schwellkörpern verhindert.

Implantate - Entscheidung für den Eingriff

Das operative Einsetzen eines Penisimplantats sollte gut überlegt sein, weil dabei die Schwellkörper weitgehend für immer zerstört werden. Die Operation wird deshalb nur als letzte Möglichkeit durchgeführt, wenn andere Behandlungen keinen Erfolg hatten. Zu diesem Schritt entscheiden sich zwischen 5 und 10 Prozent der betroffenen Männer. Das sexuelle Verlangen, die Ejakulationsfähigkeit und das Orgasmuserleben werden in der Regel durch den Eingriff nicht beeinflusst.



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Dialog

Über alles sprechen

Was bei alltäglichen Problemen wünschenswert ist, gilt auch für das Thema Erektionsstörungen: Darüber reden hilft beiden Partnern. Meist ist das ehrliche und offene Gespräch der erste Schritt zur Verbesserung der Situation. Überwinden Sie Ihre Vorbehalte und suchen Sie den Dialog - mit Ihrem Partner und mit einem Arzt. Wir haben Ihnen dafür hilfreiche Tipps zusammengestellt.

Partner - Gemeinsam für die Beziehung

Erektionsstörungen belasten beide Partner gleichermaßen. Der Mann ist in seinem männlichen Selbstwertgefühl getroffen und befürchtet, seine Partnerin nicht mehr befriedigen zu können. Die Frau zweifelt an ihrer Attraktivität und fühlt sich hilflos, weiß nicht, wie sie reagieren soll. Ein schweigsamer Rückzug scheint vorprogrammiert, führt aber erfahrungsgemäß zu Missverständnissen und Problemen.

Aller Anfang ist schwer

Das erste Gespräch und die Thematisierung der Erektionsprobleme fällt nicht leicht. Die Überwindung lohnt sich aber: Reden bringt Erleichterung, mindert Stress und Angst und lässt das Vertrauen in die Beziehung wieder wachsen.

Tipps für ein partnerschaftliches Gespräch

  • Fangen Sie einfach an zu reden, wenn sie in einer entspannten, vertraulichen Situation sind.
  • Sprechen Sie nicht in emotional angespannten Momenten, unter Alkoholeinfluss oder im Bett darüber.
  • Verbinden Sie Potenzprobleme nicht mit anderen Beziehungsproblemen.
  • Sprechen Sie ausdrücklich von sich und Ihren Gefühlen, machen Sie keine Schuldzuweisungen.
  • Erzwingen Sie die Aussprache nicht, wenn Sie oder Ihr Partner noch nicht dazu bereit ist.
  • Versuchen Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt oder verabreden Sie ein Gespräch.

Mögliche Einstiege ins Gespräch

  • "Ich habe ein Problem. Wir müssen darüber sprechen. Es geht um Sex.“
  • "Ich muss mit dir sprechen. Ich merke, dass ich schon so weit bin, Sex mit dir zu vermeiden. Und ich bekomme richtig Angst davor, dass du Lust haben könntest. Ich will nicht, dass das zur Belastung für unsere Beziehung und unsere Liebe wird.“
  • "Ich fühle mich schrecklich. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie ich anfangen soll. Aber weißt du, so wie es jetzt ist, geht es einfach nicht mehr weiter. Und ich würde gern mit dir darüber sprechen.“
  • "Ehrlich gesagt, ist es mir noch nie so schwer gefallen, über irgendetwas zu sprechen, wie über diese Sache. Ich schäme mich und ich habe das Gefühl, als dürfte ich so ein Potenzproblem eigentlich gar nicht haben.“
  • "Ich glaube, ich erzähle dir nichts Neues, aber ich muss es einfach aussprechen. Ich habe ein Problem, das unsere Sexualität betrifft, und es fällt mir furchtbar schwer, darüber zu reden.“
  • "Du bist die Liebe meines Lebens und ich möchte mit dir schlafen, bis du 90 bist. Aber in der letzten Zeit hat es bei mir nicht besonders gut geklappt.“
  • "Weißt du, eigentlich wollte ich der beste Liebhaber der Welt für dich sein. Aber, du hast es ja auch bemerkt, ich schaffe es im Moment nicht. Es klappt nicht.“
  • "Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll, aber so geht es nicht weiter. Ich möchte mit dir über etwas sprechen.“
  • "Irgendetwas ist komisch zwischen uns. Ich merke das schon länger. Das ängstigt mich. Ich will mich wieder mit dir so fühlen wie früher. Und ich möchte so gern mit dir darüber sprechen.“
  • "Ich habe das Gefühl, als ob wir irgendetwas vermeiden. Als ob wir beide etwas merken und beide nicht darüber sprechen wollen.“
  • "Ich fühle mich überhaupt nicht mehr begehrt von dir. Ich bekomme schon Angst, dass du vielleicht eine Freundin hast.“

Arzt - So wird der Arzt zum Gesprächspartner

Es gibt eine Vielzahl von Ärzten, die als Gesprächspartner zum Thema Erektionsprobleme in Frage kommen: Urologen, Hausärzte, Internisten, Psychotherapeuten, Psychiater, Dermatologen oder für Frauen auch Gynäkologen.

Unangenehm, aber nicht unmöglich

Für Ihren Arzt sind Erektionsstörungen ein häufiges Thema in seiner Praxis. Wagen Sie ruhig den ersten Schritt zu einem Gespräch. Er wird Sie sicherlich gerne Beraten und Ihnen die für Sie am besten geeigneten Therapiemöglichkeiten empfehlen.

So bereiten Sie sich vor

Wenn Sie sich eindeutig entscheiden, mit dem Arzt zu sprechen, haben Sie bereits einen großen Schritt getan. Verlangen Sie vom Arzt, dass er Ihr Anliegen ernst nimmt. So haben Sie die besten Voraussetzungen für eine gute Beratung und ein erfolgreiches Gespräch.

Tipps zum Gespräch

  • Beschreiben Sie das Problem sehr genau und konkret (z.B. ob das Glied steif wird, sich in die Scheide einführen lässt, ob Sie eine Erektion eine Zeit lang halten können, ob Sie zum Samenerguss kommen, etc.).
  • Machen Sie dem Arzt deutlich, was das Problem für Sie bedeutet.
  • Fragen Sie nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten, lassen Sie sich beraten.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.
  • Falls Ihnen der Arzt ein Präparat verschreibt, fragen Sie genau nach Art und Häufigkeit der Anwendung.

Mögliche Einstiege ins Gespräch

  • "Ich habe ein sexuelles Problem. Ich würde gerne mit Ihnen darüber sprechen. Ich habe Potenzprobleme. Es klappt nicht mehr mit meiner Erektion. Mein Glied wird nicht mehr richtig steif.“
  • "Ich habe ein sexuelles Problem. Mein Glied wird nicht mehr so steif, wie ich es gewohnt war. Das ist furchtbar für mich. Ich fühle mich nicht mehr als Mann. Ich merke, wie ich immer deprimierter werde, weil ich keinen Sex mehr machen kann. Es klappt einfach nicht mehr.“
  • "Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen. Es ist sehr intim, aber Sie sind ja nun einmal ein Experte und ich brauche Hilfe. Nun, seit mehr als einem Jahr haben wir keinen Sex mehr. Wir machen noch nicht einmal mehr Petting oder irgendwelche erotischen Zärtlichkeiten. Meine Vermutung ist, dass mein Mann Probleme mit der Erektion bekommen hat. Das Ganze hat sich aber zu einem totalen Tabu entwickelt. Er spricht überhaupt nicht darüber. Ich spreche auch nicht darüber. Ich weiß aber nicht mehr, was ich tun soll. Es wird immer mehr zu einer Belastung. Vielleicht können Sie mir helfen und mir sagen, was er oder was wir tun können.“

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