Leben mit Krebs

Viele Patienten wollen nach der medizinischen Behandlung selbst etwas für sich tun, um den Heilungsverlauf und ihre Erholung zu unterstützen.

Was kann ich selbst tun?

Mit dem Rauchen aufhören

Auch für Krebspatienten lohnt es sich noch, mit dem Rauchen aufzuhören. Gerade wenn die Behandlung mit dem Ziel der Heilung durchgeführt wurde, lässt sich dadurch zum Beispiel das Risiko für einen zweiten Tumor in der Lunge verringern. Auch in Hinblick auf die Lungenfunktion und die Vorbeugung von Komplikationen profitieren die Patienten von einem Rauchstopp.

Anlaufstellen und Hilfen zur Raucherentwöhnung

Atemübungsprogramm

Eine wichtige Rolle im Rahmen der Rehabilitation sind insbesondere bei operierten Lungenkrebspatienten atemgymnastische Übungen. Sie können die Belüftung der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung des Blutes erhöhen und tragen so zum körperlichen und psychischen Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit bei. Unterschiedliche Probleme nach der Tumortherapie oder im Verlauf der Erkrankung können mit speziellen Übungen gezielt gebessert werden. Auch Verspannungen lassen sich damit lösen.

Da viele an Lungenkrebs erkrankte Menschen wegen einer chronischen Bronchitis vorgeschädigte Bronchialwege haben, ist die Vorbeugung einer akuten Lungenentzündung besonders wichtig. Auch Inhalationsbehandlungen und die Gabe von Medikamenten, die die Bronchien erweitern, können unterstützend wirken. Speziell ausgebildete Therapeuten führen die Atemübungen bereits in der Klinik mit den Patienten durch. Nach der Entlassung sollten sie konsequent weitergeführt werden.

Ernährung

Eine gesunde, vollwertige Ernährung kann den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Bei Krebspatienten spielt die Ernährung auch deshalb eine wichtige Rolle, weil viele von ihnen durch die Erkrankung und die Behandlung an Appetitstörungen und Gewichtsverlust leiden. Die Probleme mit der Ernährung können von Krebspatient zu Krebspatient unterschiedlich sein. Patienten, denen aufgrund eines Magenkarzinoms der Magen entfernt werden musste, fehlt zum Beispiel ein  wichtiger Bestandteil des Verdauungsapparates, so dass oft kleine, aber dafür häufigere Mahlzeiten notwendig sind. Ärzte, Pflegekräfte, Ernährungsberater/innen oder Beratungsstellen geben Krebspatienten deshalb individuell angepasste Empfehlungen, die bei Bedarf auch hochkalorische Zusatznahrung beinhalten, z. B. so genannte Astronautenkost.

Hat sich der Gesundheitszustand nach Abschluss der Behandlung wieder stabilisiert und bestehen keine Mangelerscheinungen, können sich Krebspatienten wie ihre Familien an den Empfehlungen der internationalen Fachgesellschaften für eine gesunde, ausgewogene Ernährung orientieren:

Regeln für eine gesunde Ernährung

  • vielseitige und ausgewogene Kost    
  • fünfmal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse    
  • reichlich Getreide- und Getreideprodukte aus Vollkorn    
  • Fleisch nur in kleinen Portionen, möglichst fettarm, wenig Frittiertes oder in Öl Gebratenes, eher Fisch und Geflügel    
  • sparsame Verwendung von Fett bei der Zubereitung von Speisen    
  • möglichst wenig Alkohol    
  • möglichst wenig salz-, essig-, rauch- oder pökelkonservierte Lebensmittel     nichts zu dunkel Gegrilltes oder Gebratenes

Entscheidend für Krebspatienten ist aber auch, das zu essen, was gut verträglich ist und was schmeckt - Stichwort Wunschkost. Gerade bei Essproblemen und Appetitmangel ist dies wichtig, denn Essen soll Spaß machen.

Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich eine Krebserkrankung nicht durch eine Diät, eine bestimmte Lebensmittelauswahl oder -zubereitung beeinflussen. Keine dieser in Broschüren, Büchern oder über das Internet propagierten Diäten hat in wissenschaftlichen Studien einen Nutzen nachweisen können.

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Wer hilft mir und meinen Angehörigen?

Die Diagnose Krebs stürzt fast alle Betroffenen in eine Krise. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt: alles bisher Gewohnte und viele zukünftigen Ziele scheinen in Frage gestellt. Ängste vor der Rückkehr in den Alltag und Befangenheit im Umgang mit anderen Menschen machen sich bemerkbar. Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen immer wieder auf. Es gibt Zeiten der Hilflosigkeit und der Niedergeschlagenheit. Patienten mit Lungenkrebs, die geraucht haben, plagen sich häufig mit Schuldgefühlen.

Fragen im Zusammenhang mit der Erkrankung, ihren Folgen, mit der eigenen Lebensführung und der Bewältigung der Situation tauchen immer wieder auf: Was kann man selbst zur Behandlung und Gesundung beitragen? Wie kann man einem Rückfall vorbeugen, und was tun, wenn es doch dazu kommt? Wie geht man am besten mit den Begleiterscheinungen von Krankheit und Behandlung um?

Die Bewältigung der Situation braucht Zeit, eigenen Willen und eine verständnisvolle Umwelt. Es ist gut, wenn die Möglichkeit besteht, mit nahe stehenden Menschen über die eigenen Ängste und Sorgen, über Erwartungen und Wünsche offen zu sprechen. Angehörige sind ihrerseits oft unsicher, wie sie sich verhalten sollen und scheuen das Gespräch, um den Betroffenen - und oft auch sich selbst - zu schonen. Aber erst die offene Aussprache kann Wege ebnen für eine gemeinsame Bewältigung. Psychoonkologische Betreuer können dabei professionelle Hilfe und Unterstützung geben.

Hilfreiche Adressen im Internet

Kein Patient sollte sich scheuen, seine Fragen an den behandelnden und betreuenden Arzt zu richten. Zu dessen Aufgaben gehört es auch, seine Patienten zu begleiten, gemeinsam mit ihnen Probleme zu lösen, ihre Fragen zu beantworten und Möglichkeiten der Unterstützung zu vermitteln.

Psychosoziale Krebsberatungsstellen gibt es in vielen Städten und Gemeinden. Sie bieten Krebspatienten und ihren Angehörigen Information und Rat in praktischen Fragen der Nachsorge wie Rehabilitationsmaßnahmen, Rentenangelegenheiten oder die Anerkennung einer Behinderung. Darüber hinaus unterstützen sie Betroffene bei der Auseinandersetzung mit ihrer veränderten Lebenssituation und sind behilflich, Wege zur finanziellen Unterstützung zu finden. Die Beratungsstellen arbeiten mit anderen Einrichtungen zusammen, die spezielle Angebote für Krebspatienten haben, und können bei Bedarf Kontakte dorthin vermitteln.

Weiterführende Literaturhinweise:

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