Prostatabeschwerden

Definition:

Benignes Prostatasyndrom (BPS), Beschwerden einer gutartig vergrößerten Prostata, wird diagnostiziert, wenn Männer Probleme beim Wasserlassen haben. Symptome wie häufiger oder dringender Harndrang kommen vor allem bei älteren Männern vor. Schätzungen nach sind mehr als die Hälfte aller Männer über 50 Jahre von Prostatabeschwerden betroffen. Die Beschwerden variieren von mild bis schwer. Männer mit schweren Symptomen haben häufig Probleme, ihren Tag zu planen, da sie stets wissen müssen, wo die nächste Toilette ist. Sie machen sich auch häufiger Gedanken, dass die Prostatabeschwerden ihre Partnerschaft beeinflussen.

Beschwerden:

Neben dem häufigen oder plötzlichen Wasserlassen gibt es weitere Beschwerden:

  • Sie haben das Gefühl, dass Ihre Blase nach dem Wasserlassen nicht völlig entleert ist
  • Das Urinieren verläuft mit Unterbrechungen
  • Sie müssen sehr dringend und ohne Vorwarnung auf Toilette
  • Ein schwacher oder langsamer Strahl
  • Sie müssen stark pressen, um urinieren zu können
  • Sie wachen nachts häufig auf und müssen zur Toilette

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Ursachen:

Eine Prostatavergrößerung kann Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Möglicherweise behindert die Prostata dabei den Urinfluss. Nur Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob Sie an BPS leiden oder andere Erkrankungen für Ihre Beschwerden verantwortlich sind.

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Diagnose:

Prostatabeschwerden werden in der Regel bei einem Gespräch mit Ihrem Arzt diagnostiziert. Wenn Ihr Arzt feststellt, dass Sie an Beschwerden einer gutartig vergrößerten Prostata (BPS) leiden, kann er Ihnen folgende Fragen stellen.

Im letzten Monat:

  • Wie oft hatten Sie das Gefühl, Ihre Blase nach dem Urinieren nicht komplett geleert zu haben?
  • Wie oft mussten Sie innerhalb von weniger als 2 Stunden erneut urinieren?
  • Wie oft war der Urinstrahl mehrmals unterbrochen?
  • Wie oft empfanden Sie es als schwierig, den Harndrang zu unterdrücken?
  • Wie oft hatten Sie einen schwachen Urinstrahl?
  • Wie oft mussten Sie pressen oder sich anstrengen, um urinieren zu können?
  • Wie oft mussten Sie nachts aufstehen, um zu urinieren?

Behandlung:

Viele Männer wissen nicht, dass ihre Beschwerden beim Wasserlassen behandelbar sind. Es ist sogar so, dass sich durch die richtige Behandlung auch die störenden Situationen im Alltag oder für die Partnerschaft weitestgehend verhindern lassen, wie die hektische Suche nach einer Toilette während des Tages oder der Harndrang, wenn sie gerade angenehme Minuten mit ihrer Partnerin verbringen.

Erst mal abwarten:

Der Arzt beobachtet zunächst Ihren Krankheitsverlauf, behandelt Sie allerdings noch nicht. Er wird Ihnen dies empfehlen, wenn Sie nur leichte Symptome haben. Er wird Ihnen eventuell auch eine Änderung Ihres Lebensstils vorschlagen, um die Beschwerden zu bessern. Dazu gehört regelmäßig zum Beispiel Verzicht auf bestimmte schleimlösende Medikamente oder Antihistaminika, die Verringerung der Flüssigkeitsmenge, die Sie vor dem Schlafengehen trinken und eine allgemeine Reduzierung der Mengen an Koffein und Alkohol.

Medikamentöse Behandlung

Wenn die Beschwerden beim Wasserlassen störender werden, gibt es verschiedene Medikamente in Tablettenform, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben kann, um die Symptome zu behandeln. Welche Medikamente Ihr Arzt Ihnen verschreibt, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Medikamenten ab, die Sie gerade einnehmen. Bitte weisen Sie Ihren Arzt unbedingt auf alle Erkrankungen hin, die Sie haben oder gehabt haben, wie Diabetes, hoher Blutdruck, Herzerkrankungen oder sonstige Gesundheitsprobleme. Es gibt darüber hinaus etliche chirurgische Eingriffsmöglichkeiten, die für die Behandlung von BPS in Frage kommen, darunter Lasertherapie und die operative Entfernung von Prostatagewebe.

Ihr Arzt kann Sie beraten, welche Behandlungsmethode für Sie die Beste ist.

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Dialog:

Sie fühlen sich vielleicht nicht so wohl dabei, bestimmte Probleme mit Ihrem Arzt zu besprechen. Wie können Sie das Gespräch beginnen? Sie können bei unseren Tipps für den Einstieg in das Gespräch nachschauen und denken Sie daran: Ihr Arzt ist zur Vertraulichkeit verpflichtet.

Tipps für den Gesprächseinstieg:

Im Folgenden finden Sie einige Tipps für das erste Gespräch mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden beim Wasserlassen.

  • „Ich verspüre einen häufigen oder dringenden Harndrang.“
  • „Nach dem Wasserlassen habe ich das Gefühl, dass die Blase nicht wirklich leer ist.“
  • „Ich habe den Eindruck, beim Wasserlassen drücken oder pressen zu müssen.“
  • „Es stört mich und meine Partnerin, dass ich ständig auf die Toilette muss.“
  • „Meine Partnerin möchte sicher sein, dass ich nicht ernsthaft krank bin.“

Fragen, die Ihr Arzt Ihnen stellen könnte:

Nachdem Sie das Gespräch begonnen haben, wird Ihr Arzt vermutlich weitere Informationen von Ihnen über Ihren Gesundheitszustand, Ihren Lebensstil, Ihre Partnerschaft und die Einnahme von Medikamenten wissen wollen.

  • „Wie lange haben Sie schon Beschwerden beim Wasserlassen?
  • „Wie häufig haben Sie diese Probleme?“
  • „Wurden bei Ihnen bereits irgendwelche anderen Erkrankungen festgestellt?“
  • „Welche Medikamente nehmen Sie ein?“
  • „Leiden Sie unter hohem Blutdruck oder unter Diabetes?“

Fragen, die Sie stellen sollten:

Wenn Ihr Arzt feststellt, dass Ihre Beschwerden beim Wasserlassen auf eine gutartig vergrößerte Prostata (BPS) zurückzuführen sind, gibt es mehrere Behandlungsmethoden, die empfohlen werden könnten. Damit Sie besser beurteilen können, welche Behandlung die richtige für Sie ist, sollten Sie dem Arzt entsprechende Fragen stellen.

  • „Was kann ich tun, damit meine Beschwerden beim Wasserlassen nicht meinen Tagesablauf bestimmen?“
  • „Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Beschwerden beim Wasserlassen wie sie bei einer gutartig vergrößerten Prostata (BPS) vorkommen?“
  • „Wie und wann werden diese eingenommen bzw. eingesetzt?“
  • „Wie wirken sie?“
  • „Was sind die Hauptunterscheide zwischen den Behandlungsmethoden?“
  • „Wie wirksam sind sie?“
  • „Was sind die möglichen Nebenwirkungen?“
  • „Welche Risiken kann es geben?“

Informationen für die Partnerin:

Sie fragen sich vielleicht, warum Ihr Partner ständig und dringend „muss“, sowohl tagsüber wie auch nachts.
Sie fühlen vielleicht ähnlich wie Ihr Partner eine gewisse Verlegenheit oder befürchten, dass er ernsthaft krank ist, z.B. Prostatakrebs hat.
Es ist beruhigend zu wissen, dass Probleme beim Wasserlassen häufig Symptome einer vergrößerten Prostata sind und es moderne Behandlungsmöglichkeiten dafür gibt.

Auch wenn das Gespräch darüber nicht ganz einfach ist, sucht Ihr Partner vielleicht eher ärztlichen Rat und begibt sich in Behandlung, wenn Sie seine Sorge teilen. Versichern Sie ihm, dass dieser Schritt wichtig ist, weil die Beschwerden beim Wasserlassen auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen können. Es ist also wichtig, dass er dies mit seinem Arzt bespricht. So kann eine fundierte Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung gefunden werden.

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Fragebogen

Fragebogen BPS
Fragebogen BPS

Füllen Sie den Fragebogen aus und nehmen Sie ihn ausgedruckt mit zu Ihrem Termin. Vielleicht fällt Ihnen der Besuch beim Arzt dann leichter. Bei dem  BPS Fragebogen handelt es sich um Standardfragen, die Ihr Arzt Ihnen stellen könnte, um festzustellen, ob sie an BPS leiden. Antworten auf diese Fragen können Ihnen und Ihrem Arzt wichtige Informationen liefern.

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