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Ausgezeichnete Forschungsarbeiten zur Lebensqualität

Lilly ehrt drei Wissenschaftler mit Quality of Life Preis

14.12.2015

Bad Homburg - Seit 1996 verleiht Lilly den Quality of Life Preis und ehrt damit ausgezeichnete Forschungsarbeiten zur Lebensqualität. Am 20.11. 2015 wurden in Bad Homburg zum 18. Mal Arbeiten zur Messung und Beschreibung von gesundheitsbezogener Lebensqualität prämiert – einem Thema, das mittlerweile auch in der Medizin und Gesundheitsökonomie eine immer größere Rolle spielt. Diese Entwicklung unterstützt das Pharmaunternehmen auch in Zukunft. Bewerbungen für die Ausschreibung 2016 können ab Februar eingereicht werden.

Den ersten Platz belegte dabei Dr. Christine Blome vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE). Mit ihrer Forschung zur Lebensqualität als „radikal subjektives Wohlbefinden" hat die Psychologin die Jury überzeugt.

Insgesamt wurden 35 Arbeiten für den Wettbewerb eingereicht und von einer sechsköpfigen Jury, bestehend aus PD Dr. Anne Karow (Hamburg), Prof. Dr. Thomas Kohlmann (Greifswald), Prof. Dr. Ulrike Ravens­Sieberer (Hamburg), Prof. Dr. Elmar Brähler (Leipzig), Prof. Dr. Franz Porzsolt (Ulm) und Dr. Johannes Clouth (Senior Manager Health Economics, Lilly Deutschland), bewertet.

Blome zeigte, dass die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität mit gängigen Messungen nur verzerrt festgestellt werden kann. Denn neben dem subjektiven Empfinden der Patienten werden auch objektive, durch die Krankheit verursachte Umstände gemessen. Dies verfälsche den Gesamtwert, da zwischen den objektiven Umständen und der subjektiven Lebensqualität kein konstanter Zusammenhang bestehe, so Blome. Eine mögliche Lösung des Problems liegt ihrer Meinung nach in einem als „Experience Sampling" bezeichneten Vorgehen. Hierbei geben die Patienten mit Hilfe eines Mobilgerätes in zufällig ausgewählten Momenten ihr aktuelles Befinden an.

„Mit Frau Dr. Christine Blome hat die Jury eine Wissenschaftlerin ausgezeichnet, die wichtige methodische Probleme der Lebensqualitätsmessung systematisch beschrieben und deren Auswirkungen auf die Ergebnisse von Studien kritisch herausgearbeitet hat. Die Fähigkeit der Preisträgerin, neue Ideen außerhalb der üblichen Denkmuster zu entwickeln, war ein wesentlicher Grund für die Verleihung des Lilly Quality of Life Preises,“ so Prof. Dr. Kohlmann.

Auszeichnungen auch für Arbeiten zu „Fatigue“ und zur Lebensqualität von Migranten

Zwei weitere Wissenschaftlerinnen wurden zudem mit dem zweiten Preis geehrt. Professor Karen Steindorf vom Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg untersuchte mit Kollegen, ob bei Brustkrebspatientinnen körperliches Training geeignet ist, um die sog. „Fatigue“, also die krebsbedingte Erschöpfungssymptomatik, zu verhindern. Es konnte gezeigt werden, dass das körperliche Training gruppenbasierten Interventionen überlegen war.

Dr. Eva Morawa von der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung an der Universität Erlangen­Nürnberg befasste sich intensiv mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von türkisch- und polnischstämmigen Migranten. Sie sprach sich dafür aus, „Belastungs- und protektive Faktoren ausreichend zu erforschen und medizinische Angebotsstrukturen dahingehend anzupassen“. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte sich in ihrer Studie sowohl bei türkischen als auch bei polnischen Immigranten ein Zusammenhang zwischen wahrgenommener Diskriminierung und Lebensqualität.

Quality of Life Preis

Von links nach rechts: Prof. Dr. Franz Porzsolt, Simone Thomsen, Dr. Christine Blome, Prof. Dr. Karen Steindorf, Dr. Eva Morawa, Dr. Johannes Clouth, Prof. Dr. Elmar Brähler und Prof. Dr. Thomas Kohlmann


Lilly Quality of Life Preis – Bewusstsein schaffen

Seit beinahe 20 Jahren verleiht Lilly den Quality of Life Preis, welcher mit 10.000 Euro dotiert ist. Ziel war es dabei von Anfang an, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, da eine reine Verfolgung medizinischer Ziele nicht ausreichend erscheint. Auch die World Health Organization (WHO) definiert Lebensqualität nicht nur als das „Fehlen einer Erkrankung“, sondern auch als das „körperliche, psychische und soziale Befinden eines Individuums“.1 Um die Forschung in diesem Feld zu fördern, wurde der Preis ins Leben gerufen. Der breite Ansatz bietet Wissenschaftlern dabei viele Möglichkeiten zur Teilnahme, da es keine Einschränkung für Krankheitsbilder oder Studiendesigns gibt.

Auch 2016 wird Lilly herausragende Forschungsleistungen auszeichnen, die einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualitätsforschung leisten. Bewerbungen können voraussichtlich ab Februar eingereicht werden.

Abstractband Lilly Quality of Life Preis 2015


DEPRA00600

  1. WHOQOL Measuring Quality of Life. WHO 1997, S.3.