Achtung – gefälschte Arzneimittel!

Gefälschte Arzneimittel stellen ein zunehmendes Problem dar. Angeboten werden sie bei uns oftmals über das Internet, daher ist es hier besonders wichtig, sich der Gefahr von Fälschungen bewusst zu sein und sich vor Arzneimittelfälschungen zu schützen.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie über gefälschte Arzneimittel informieren, damit Sie sich davor schützen können.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Sie über gefälschte Arzneimittel informieren, damit Sie sich davor schützen können.

Wie häufig sind Fälschungen?

Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Verbreitung gefälschter Arzneimittel sind alarmierend: Man schätzt, dass in Industriestaaten etwa 1 % der im Handel befindlichen Medikamente gefälscht sind. In Entwicklungsländern liegt dieser Anteil schätzungsweise deutlich höher. Es ist davon auszugehen, dass der Markt der gefälschten Arzneimittel weiter wachsen wird.1

Die Medikamente werden bei uns am häufigsten von illegalen Internet-Versandhändlern in Verkehr gebracht, die ihre Adresse sowie Telefonnummer verschleiern.1

Welche Arzneimittel werden gefälscht?

Arzneimittelfälschungen betreffen alle therapeutischen Kategorien und es wurden bisher Fälschungen zu 920 medizinischen Produkten gemeldet. Anti-Infektiva, Medikamente gegen Malaria sowie Lifestyle-Medikamente sind davon besonders stark betroffen.1 Auch Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen, wie zum Beispiel Cialis® (Tadalafil), werden gefälscht.

Welche Arten von Fälschungen gibt es?

Allgemein werden drei verschiedene Fälschungsformen unterschieden:

  • Das Medikament selbst ist ein Original-Medikament mit gefälschter Packungsbeilage und/oder gefälschter Umverpackung.
  • Das Medikament selbst ist ein Original-Medikament, in gefälschter Primärverpackungen (z.B. Blister) und Umverpackungen sowie mit gefälschter Packungsbeilage.
  • Stimmen weder der Wirkstoff noch die Verpackung, spricht man von einer Totalfälschung mit unkalkulierbaren Gefahren für den Anwender. Bei Totalfälschungen sind zwei Untergruppen zu unterscheiden:

    • Totalfälschungen, die zu viel oder zu wenig Wirkstoff enthalten.
    • Totalfälschungen, die gar keinen oder sogar einen anderen, unbekannten Wirkstoff enthalten.2

Tablettenpresse, wie sie häufig von Fälschern verwendet wird.

Die Mehrzahl der Fälscher ignoriert die Standards einer modernen Arzneimittelherstellung, daher sind die entstehenden Produkte von fragwürdiger Qualität.

Welche Gefahren gehen von Fälschungen aus?

Die Einnahme einer Totalfälschung, die zu viel eines Wirkstoffs oder einen unbekannten Wirkstoff enthält, kann im schlechtesten Fall lebensgefährlich sein. Enthält die Fälschung keinen oder zu wenig Wirkstoff, kann – z. B. bei einem Antibiotikum – die ausbleibende oder unzureichende Wirkung eine Gefahr darstellen.

Originalware in gefälschter Verpackung kann ebenfalls kritisch sein: Wenngleich es sich hierbei ursprünglich um Originalware handelte, können unkontrolliertes oder unsachgemäßes Lagern oder Umpacken eine gesundheitliche Gefährdung durch Verwechslungen und Qualitätsminderungen darstellen. Nicht zuletzt könnte auch Ware umgepackt worden sein, deren Verfalldatum bereits überschritten war.

Wie gelangen Fälschungen in den Umlauf?

Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland gefälschte Arzneimittel am häufigsten über Internet- und Versandhandel in Umlauf gebracht werden, denn leider gibt es neben den legalen und zuverlässigen Internetapotheken auch eine Vielzahl unseriöser Anbieter1, 2

Aber auch ein Arzneimittel, das in der Disco, im Bodybuilding Studio oder in zweifelhaften Shops unter der Hand angeboten wird, kann eine Fälschung sein.

Zu Wachsamkeit wird auch beim Kauf von Arzneimitteln im Ausland geraten.

In Deutschland ist es am sichersten, ein Arzneimittel bei einer niedergelassenen Apotheke oder einer zugelassenen Versandapotheke zu kaufen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, ein gefälschtes Arzneimittel zu erhalten.3.

Referenzen

  1. World Health Organization, SSFFC - Frequently asked questions. Erhältlich unter http://www.who.int/medicines/regulation/ssffc/faq-ssffc_1-10/en/ (letzter Zugriff im April 2017).
  2. Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V., VFA-Positionspapier „Arzneimittelfälschungen“. Erhältlich unter http://www.vfa.de/embed/pos-arzneimittelfaelschungen.pdf (letzter Zugriff im April 2017).
  3. Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V., Artikel: Wie Sie sich am besten vor gefälschten Arzneimitteln schützen können…. Erhältlich unter http://www.vfa.de/de/politik/artikelpo/schutz-vor-faelschungen.html (letzter Zugriff im April 2017).