Fragen und Antworten rund um die

Lilly MDR-TB Partnership




Was ist die Lilly MDR-TB Partnerschaft?

Die Lilly MDR-TB Partnerschaft ist eine von Lilly angeführte globale Initiative, an der zahlreiche Partner aus dem öffentlichen und privaten Sektor beteiligt sind, um dem immer größer werdenden Problem der multiresistenten Tuberkulose zu begegnen. Der Kern der Initiative ist die Übertragung von Herstellungsverfahren und -technologien für zwei wichtige Antibiotika (Cycloserine und Capreomycin) an vier Partnerunternehmen in besonders stark von der MDR-TB betroffenen Ländern, um damit die Menge der zur Verfügung stehenden Arzneimittel zu erhöhen. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Partnerschaft ist die Erstellung von Trainings- und Aufklärungsprogrammen und Richtlinien zur effektiven Behandlung der multiresistenten Tuberkulose. Dadurch wollen Lilly und seine Partner die Prävention und Behandlung der Krankheit verbessern, der sozialen Ächtung von Betroffenen vorbeugen sowie sicherstellen, dass die benötigten Medikamente in einer einwandfreien Qualität zur Verfügung stehen. Zusätzlich unterstützt Lilly die Grundlagenforschung zu neuen Medikamenten zur Behandlung der Tuberkulose.

Wer sind die Partner der Initiative und welche Leistung erbringen sie?

  • Lilly: Bereitstellung der beiden wichtigen Zweitlinien-Antibiotika Capreomycin (Capastat®) und Cycloserin (Seromycin®) zum Selbstkostenpreis für WHO-Projekte; Übertragung von technischem Fachwissen und Herstellungsverfahren an Arzneimittelhersteller in besonders von der MDR-TB betroffenen Ländern (Aspen / Südafrika, Hisun / China, Shasun / Indien, SIA / Russland)
  • Aspen: Produktion von Capreomycin und Cycloserin
  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Entwicklung eines MDR-TB Überwachungssystems in ausgewählten Regionen Russlands
  • International Council of Nurses (ICN): Entwicklung von MDR-TB Behandlungsrichtlinien, Trainingsprogrammen und Lehrplänen für Krankenschwestern; Einrichtung einer virtuellen TB-Trainingsplattform
  • Internationales Rotes Kreuz und Roter Halbmond (IFRC): Einrichtung von Unterstützungsprogrammen in den Heimatgemeinden von MDR-TB Patienten
  • International Hospital Federation (IHF): Entwicklung von Trainingprogrammen für Krankenhausmanager zu Prävention, Behandlung und Kontrolle der TB und MDR-TB
  • Hisun Pharmaceuticals: Herstellung von Capreomycin
  • Partners in Health (PIH): Errichtung eines Kompetenzzentrums in Tomsk (Russland) zur Schulung von Pflegekränften in der Behandlung von MDR-TB
  • Purdue University: Durchführung von Trainings zu Herstellungsstandards im pharmazeutischen Bereich (GMP) bei ausgewählten Unternehmen
  • Shasun Pharma: Herstellung von Cycloserine
  • SIA Pharma: Produktion von Cycloserine und Capreomycin
  • World Economic Forum (WEF): Erarbeitung von Programmen für Unternehmen, um das Bewusstsein für TB und MDR-TB am Arbeitsplatz zu stärken
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Stop TB Partnership: Unterstützung von Ländern bei der Erstellung von Richtlinien und Programmen zur Prävention und Kontrolle der MDR-TB
  • World Medical Organisation (WMA): Entwicklung von Internet-Trainingskursen zur klinischen Behandlung von TB und MDR-TB für Ärzte

Was ist das Ziel der Lilly MDR-TB Partnership?

Das Ziel der Partnerschaft ist die Prävention und Behandlung der Tuberkulose und multiresistenten Tuberkulose in Entwicklungsländern. Um dieses Ziel zu erreichen, engagiert sich die Partnerschaft für den Aufbau von Schulungsprogrammen nach dem WHO-Standard DOTS-Plus und der Entstigmatisierung von Erkrankten sowie der Bereitstellung von Medikamenten und versucht so viele Menschen wie möglich zu heilen. Damit unterstützt die Partnerschaft die Milleniumsziele der Vereinten Nationen und der Stop TB Partnership, bis zum Jahr 2015 14 Millionen Menschen mit TB und MDR-TB zu heilen. Zusätzlich unterstützt die Lilly MDR-TB Partnership die WHO dabei, bis zum Jahr 2015 50 Millionen an TB und 800.000 an MDR-TB erkrankte Menschen behandeln.


Was ist der finanzielle Beitrag von Lilly zu dieser Initiative?

Lillys Beitrag beläuft sich bislang auf insgesamt 135 Millionen US-Dollar.
 

Wie unterscheidet sich Lillys Projekt zur Bekämpfung von MDR-TB von anderen privaten und öffentlichen Gesundheitsprogrammen?

Diese Initiative ist ein Modell für erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaften, bei denen Akteure aus verschiedenen Bereichen Hand in Hand arbeiten. Der mehrdimensionale Ansatz der Partnerschaft reflektiert die vielfältigen Herausforderungen, die die Bekämpfung der MDR-TB mit sich bringt. Ein Hauptmerkmal der Initiative ist zudem der auf Nachhaltigkeit ausgelegte Ansatz. Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ spiegelt sich vor allem in der Übertragung der Herstellungstechnologie sowie dem Aufbau von medizinischen Strukturen vor Ort wider.


Was ist Multiresistente Tuberkulose?

Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) ist eine Tuberkuloseform, die oft aus einer unsachgemäßen oder vorzeitig abgebrochenen Behandlung der einfachen Tuberkulose resultiert. Gemäß WHO-Definition ist dies der Fall, wenn der TB-Erreger mindestens gegen Isoniazid und Rifampicin, die beiden wirkungsvollsten Erstlinien-Antibiotika, resistent ist. Sobald sich ein MDR-TB Erregerstamm entwickelt hat, kann er wie die einfache TB von Mensch zu Mensch übertragen werden.Weshalb ist es so wichtig, die Multiresistente Tuberkulose richtig zu behandeln und die Verbreitung einzudämmen? Eine nicht erfolgreiche Behandlung von MDR-TB kann zur Entstehung von neuen, noch resistenteren Erregerstämmen, der so genannten extrem resistenten Tuberkulose (XDR-TB), beitragen. Da diese Stämme resistent gegen einige der Arzneimittel sind, die bei der Behandlung der MDR-TB zum Einsatz kommen, ist eine erfolgreiche Heilung oft nicht mehr möglich. Fälle von XDR-TB sind bereits in Südafrika aufgetreten.


Weshalb ist es so wichtig, die Multiresistente Tuberkulose richtig zu behandeln und die Verbreitung einzudämmen?

Eine nicht erfolgreiche Behandlung von MDR-TB kann zur Entstehung von neuen, noch resistenteren Erregerstämmen, der so genannten extrem resistenten Tuberkulose (XDR-TB), beitragen. Da diese Stämme resistent gegen einige der Arzneimittel sind, die bei der Behandlung der MDR-TB zum Einsatz kommen, ist eine erfolgreiche Heilung oft nicht mehr möglich. Fälle von XDR-TB sind bereits in Südafrika aufgetreten.

Was ist XDR-TB?

So wie MDR-TB durch eine unsachgemäße oder abgebrochene Behandlung der einfachen Tuberkulose entstehen kann, wird der Entstehung von XDR-TB durch eine falsche Behandlung der MDR-TB Vorschub geleistet. Die XDR-TB ist gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent, die bei der Therapie der multiresistenten Tuberkulose zum Einsatz kommen. Dadurch sind die Behandlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt und eine Heilung oftmals unmöglich. Gemäß WHO-Definition liegt eine XDR-TB vor, wenn die Erreger gegen alle Fluoroquinolone und außer gegen Isoniazid und Rifampicin auch gegen mindestens eines der injizierbaren Zweitlinien-Antibiotika (Capreomycin, Kanamycin und Amikacin) resistent sind.



Welche Lilly-Medikamente kommen bei der Bekämpfung der MDR-TB zum Einsatz?

Eli Lilly and Company stellt mit Capreomycin (Capastat®) und Cycloserin (Seromycin®) zwei Antibiotika zur Verfügung, die eine nachgewiesene Wirksamkeit bei der Behandlung der MDR-TB haben. Beide Medikamente werden zusammen mit anderen Zweitlinien-Antibiotika bei der Behandlung der MDR-TB eingesetzt. Capreomycin wird bei der Behandlung von Lungeninfektionen eingesetzt, wenn die Erstlinienmedikamente (Isoniazid, Rifampicin, Paraaminosyacilsäure, Ethambutol und Streptomycin) keine Wirkung zeigen, die Nebenwirkungen zu gravierend sind oder sich bereits resistente Tuberkulosebakterien gebildet haben. Cycloserin wird bei der Behandlung von aktiver Tuberkulose und extrapulmonarer Tuberkulose eingesetzt, wenn vorangegangene Behandlungen mit Erstlinienmedikamenten (Isoniazid, Rifampicin, Ethambutil und Streptomycin) erfolglos waren.


In welchen Ländern liegt der Schwerpunkt der Lilly MDR-TB Partnership?

Der Schwerpunkt der Initiative liegt in den von der MDR-TB am stärksten betroffenen Ländern. Dazu zählen China, Indien, Russland und Südafrika. Weiterhin ist die Lilly MDR-TB Partnership in all jenen Ländern aktiv, die vom DOTS-Plus Programm der WHO erfasst sind. Dieses Programm definiert die Richtlinien zur Behandlung und Überwachung der Krankheit. Zur Zeit sind über 26.000 Patienten in den folgenden Ländern in DOTS-Plus Projekten eingetragen:
Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Belize, Bolivien, Burkina Faso, Kambodscha, Kongo, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Ägypten, El Salvador, Estland, Georgien, Guinea, Haiti, Honduras, Indien, Jordanien, Kenia, Kirgisistan, Lettland, Libanon, Litauen, Malawi, Mexiko, Moldawien, Mongolei, Nepal, Nicaragua, Paraguay, Peru, Philippinen, Rumänien, Ruanda, Syrien, Osttimor, Tunesien und Usbekistan.


Welche Bedeutung hat die Weitergabe der Herstellungstechnologie von Lilly für die Produktion von Capreomycin und Cycloserin?

Mit der Übertragung der Herstellungstechnologie in die betroffenen Länder stellt die Lilly MDR-TB Partnership sicher, dass die Medikamente dort produziert werden können, wo sie auch am dringendsten benötigt werden. Gleichzeitig können die Medikamente von den Arzneimittelherstellern vor Ort wesentlich kostengünstiger produziert werden, was wiederum die Versorgung verbessert.

Wie viele Einheiten Capreomycin und Cycloserin hat Lilly bis jetzt ausgeliefert?

Zwischen 2000 und 2006 hat Lilly mehr als eine Millionen Ampullen Capreomycin und fünf Millionen Kapseln Cycloserin der WHO zur Verfügung gestellt. Im weiteren Verlauf der Initiative werden die Medikamente zunehmend von den Arzneimittelherstellern vor Ort produziert.