Pressemitteilung

Neue Therapie für fortgeschrittene Tumore mit RET-Alterationen

<h2>Retsevmo<sup>®1,a</sup> erhält EU-Zulassung zur Behandlung von Patienten mit NSCLC oder Schilddrüsenkarzinomen</h2>

Bad Homburg – Die Lilly Deutschland GmbH gibt bekannt, dass die EU-Kommission (EMA) den RET-Inhibitor Selpercatinib (Retsevmo<sup> ®1,a</sup> ) in der Europäischen Union parallel in drei Indikationen als Monotherapie zugelassen hat:<sup> 1</sup>

  • Erwachsene mit fortgeschrittenem RET-Fusions-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), die eine systemische Therapie nach Platin-basierter Chemotherapie und/oder einer Behandlung mit Immuntherapie benötigen.

  • Erwachsene mit fortgeschrittenem RET-Fusions-positivem Schilddrüsenkarzinom, die eine systemische Therapie nach einer Behandlung mit Sorafenib und/oder Lenvatinib benötigen.

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem RET-mutierten medullären Schilddrüsenkarzinom (MTC), die eine systemische Therapie nach einer Behandlung mit Cabozantinib und/oder Vandetanib benötigen.

Aktivierende Genfusionen der Tyrosinkinase RET liegen bei ca. 1-2 % aller NSCLC sowie bei 10-20 % aller papillären Schilddrüsenkarzinome vor.<sup>2,3</sup> Ebenfalls onkogen wirkende Punktmutationen des Gens sind zudem bei rund 60 % der Patienten mit einem medullären Karzinom der Schilddrüse (MTC) nachweisbar, beim selteneren familiären MTC sogar bei 90 %.<sup>4,5</sup> Mit Selpercatinib steht nun erstmals ein hochselektiver Inhibitor von RET zur Verfügung, der die tumorfördernde Aktivität dieser Alterationen hochspezifisch hemmt.<sup>1</sup> Die drei Zulassungen von Retsevmo<sup>®1</sup>,a beruhen auf den Ergebnissen der Phase I/II Studie LIBRETTO-001, in der die Wirksamkeit und Verträglichkeit in diesen Indikationen belegt wurde.<sup>6,7</sup>

LIBRETTO-001<sup> b</sup> : Hohe Ansprechraten in allen Indikationen

Relevant für die Zulassung beim mNSCLC waren die Ergebnisse von 105 Studienteilnehmern, die zuvor neben einer platinbasierten Chemotherapie oft auch Checkpoint-Inhibitoren und/oder Multikinase-Hemmer erhalten hatten.<sup>6</sup> Die Behandlung mit zweimal täglich 160 mg Selpercatinib ermöglichte im primären Endpunkt eine hohe objektive Ansprechrate von 64 %, die unabhängig von der Zahl der Vortherapien oder der Art des RET-Fusionspartners war. Zudem erwies sich Selpercatinib auch bei Hirnmetastasen als wirksam.<sup>6</sup>

Basis der Zulassung beim fortgeschrittenen RET-Fusions-positiven Schilddrüsenkarzinom waren 19 Patienten, die nach einer Radiojod-Therapie mit einer weiteren systemischen Therapie, ohne radioaktives Jod, behandelt worden waren, insbesondere mit Sorafenib und/oder Lenvatinib.<sup>b,1</sup> Auch hier konnte Selpercatinib eine hohe objektive Ansprechrate von 78,9 % zeigen.<sup>7</sup>

Die Zulassung beim fortgeschrittenen, RET-mutierten, medullären Schilddrüsenkarzinom beruhte auf 55 Patienten ab 12 Jahren, die zuvor Cabozantinib und/oder Vandetanib erhalten hatten.<sup>7</sup> Bei ihnen konnte Selpercatinib eine hohe objektive Ansprechrate von 69,1 % bewirken, die unabhängig von der Art der RET-Punktmutationen war.<sup>7</sup>

Verträglichkeit und Handhabbarkeit

Selpercatinib zeigte in LIBRETTO-001 ein recht gut handhabbares Nebenwirkungsprofil. Häufigste therapieassoziierte unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder höher waren Hypertension sowie erhöhte Werte der Alanin- und der Aspartat-Aminotranferase, die durch Dosismodifikationen meist reversibel waren. Zwei Prozent der Teilnehmer brachen die Studie aufgrund therapieassoziierter Nebenwirkungen ab.<sup>1,6,7</sp>

RET-Testung als Voraussetzung für die Behandlung mit Selpercatinib: Um eine Behandlung mit Selpercatinib initiieren zu können, ist immer eine molekularbiologische Abklärung des RET-Status erforderlich. Hierbei sollte das Vorhandensein einer RET-Mutation (MTC) oder einer RET-Genfusion (nicht medulläres Schilddrüsenkarzinom, NSCLC) durch einen validierten Test bestätigt werden. Neue Richtlinien der ESMO empfehlen hierfür den frühzeitigen Einsatz von erweiterten Marker-Panelen für das Next-Generation-Sequencing (NGS).<sup>8</sup>

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<ol type="a"><li>Bedingte Zulassung: Dieses Arzneimittel wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.</li><li>Die Zulassung umfasst Patienten, die eine systemische Therapie nach einer Behandlung mit Sorafenib und/oder Lenvatinib benötigen.</li></ol>

<ol><li>Fachinformation Retsevmo<sup>®</sup>, Stand Februar 2021.</li>
<li>Stinchcombe T.E. Current management of RET rearranged non-small cell lung cancer. Ther Adv Med Oncol 2020, Vol. 12: 1–11. DOI: 10.1177/ 1758835920928634.</li>
<li>Prescott JD, Zeiger MA. The RET oncogene in papillary thyroid carcinoma. Cancer. 2015;121(13):2137-2146.</li>
<li>Drilon A et al. Targeting RET-driven cancers: lessons from evolving preclinical and clinical landscapes. Nat Rev Clin Oncol. 2018; 15(3):150.</li>
<li>Elisei R et al. Twenty-five years experience on RET genetic screening in hereditary MTC: an update on the prevalence of germline RET mutations. Genes (Basel). 2019;10(9). doi:10.3390/genes10090698.</li>
<li>Drilon A. et al. Efficacy of Selpercatinib in RET Fusion–Positive Non–Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med 2020; 383:813-24. DOI: 10.1056/NEJMoa2005653.</li>
<li>Wirth L.L et al. Efficacy of Selpercatinib in RET-Altered Thyroid Cancers. N Engl J Med 2020;383: 825-35. DOI: 10.1056/NEJMoa2005651.</li>
<li>Mosele F. et al. Recommendations for the use of next-generation sequencing (NGS) for patients with metastatic cancers: a report from the ESMO Precision Medicine Working Group 2020; DOI:https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.07.014</li></ol>

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PP-SE-DE-0022